Text-Bild-Ansicht Band 204

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findet man die Auslöschung des Lichtes notirt, es sey denn, daß die Länge des Lichtbogens nahezu so groß war, als es sich eben noch mit der Spannung der Elektricität vertrug, d.h. daß die Elektroden nahezu bis zu ihrer Maximaldistanz von einander entfernt worden waren. Wenn diese Bedingung nicht in allen Fällen beobachtet wurde, so hatte die Annäherung des Magnetes keinen anderen Erfolg, als die Drehung des Lichtbogens bis in diejenige Verticalebene, welche rechtwinkelig zu einer zweiten Verticalebene steht, die man sich durch die Achse des Magnetstabes gelegt denkt. Eine andere Bedingung ist die, daß sowohl Spannung als auch Quantität des Stromes größer sind, als bei demjenigen Strom, dessen man sich bei dem Rotationsexperiment gewöhnlich bedient. Ich habe mit Flammen experimentirt, wo die letzteren Bedingungen fehlten; die Rotation trat zwar ein, aber die Auslöschung des Lichtes erfolgte nie. Der zusammengesetzte Magnetstab, dessen ich mich bediene, besteht aus drei Lamellen, welche durch Messingschrauben mit einander verbunden sind. Er ist 1 Fuß lang, 1 Zoll breit und 3/4 Zoll dick, und zeichnet sich nicht etwa durch besonders kräftigen Magnetismus aus.

Was nun die Ursache des Phänomens anbelangt, so ist dasselbe meiner Ansicht nach dem Streben der Flamme, bei Annäherung des Magnetes zu rotiren, zuzuschreiben. Dieses kann die Auslöschung des Lichtbogens auf zweierlei Weise veranlassen; entweder dadurch, daß die Unregelmäßigkeiten an den Oberflächen der Kohlenelektroden dem Durchgang des Stromes an einigen Punkten einen größeren Widerstand darbieten, als an anderen, oder dadurch daß der Strom nicht im Stande ist, die größere Strecke des krummen Weges, welchen das Licht immer bei Annäherung des Magnetes annimmt, zurückzulegen. Eine andere, vielleicht minder einfache Annahme ist die, daß bei Annäherung des Magnetes das an sich äußerst geringe Leitungsvermögen des zwischen den Elektroden befindlichen Mediums durch Polarisation noch mehr geschwächt wird. Diese Schwächung kann sich in auffallender Weise nur dann kund geben, wenn der Abstand zwischen den Elektroden nahezu ein Maximum ist und die Spannung des Stromes bei seinem Durchgang durch das nichtleitende Medium der äußersten Grenze nahe kommt. Diese Annahme einer Polarisation des zwischen den Elektroden befindlichen Mediums und seines dadurch verminderten Vermögens, den Strom zu leiten, wird durch die Thatsache einigermaßen unterstützt, daß ein kräftiger Elektromagnet in Hufeisenform bei seiner Annäherung das Licht nicht auslöscht, obgleich er die Drehung des Stromes bewirkt, denn die beiden auf das Medium gleichzeitig einwirkenden Pole neutralisiren ihre Wirkungen gegenseitig. Ich bemerkte bei mehreren Gelegenheiten, daß der