Text-Bild-Ansicht Band 204

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Südpol des Magnetes das Licht nicht eher auslöschte, als bis er den Elektroden einen Zoll mehr als der Nordpol genähert wurde. Es mag jedoch diese Wahrnehmung auf einem Zufall beruhen.

CXXIX. Thermostatischer Gasregulator; von Dr. Jeannel.

Aus den Annales de Chimie et de Physique, 4. série, t. XXV p. 386; März 1872.

Mit Abbildungen auf Tab. VIII.

Man kennt zwei thermostatische Gasregulatoren, denjenigen von Stehling und den von Bunsen. Aber weder der eine noch der andere eignet sich für hohe Temperaturen; denn sie müssen ganz in das Medium, dessen Temperatur sie reguliren, eintauchen und das Quecksilber dient bei ihnen als Regulator des Gasstromes. Nun weiß man aber, daß Quecksilber schon bei + 60° C. sehr merklich verdunstet, und überdieß sind die genannten Apparate sehr zerbrechlich und von einer empfindlichen Construction.

Der von mir vorgeschlagene, in Fig. 28 und 29 abgebildete Apparat bietet den Vortheil dar, daß er die Temperaturen über dem Siedepunkte des Quecksilbers ebenso gut reguliren kann, als die Temperaturen welche an die der Atmosphäre grenzen; denn die auf den Gasstrom wirkenden zerbrechlichen und empfindlichen Theile können von dem erhitzten Medium entfernt liegen. Der Apparat ist zugleich von sehr einfacher und ökonomischer Construction. Er besteht aus einem metallenen, mit Luft gefüllten Behälter A von 300 bis 400 Kubikcentimeter Rauminhalt, welcher in das Medium, dessen Temperatur mit Hülfe des Gasbrenners Q regulirt werden soll, getaucht ist und durch ein umgebogenes Metallrohr B nebst Kautschukmuff C mit dem Schenkel D einer verticalen U-förmigen Röhre in Verbindung steht. Letztere ist auf einem soliden Fuß befestigt und ungefähr bis auf 1/2 ihrer Höhe, etwa bis E, mit Glycerin gefüllt. Sie stellt mit dem Behälter A eine Art Luftthermometer dar; denn die Ausdehnung oder Zusammenziehung der in A befindlichen Luft ist es, welche eine Hebung oder Senkung der Flüssigkeitssäule im Schenkel F bewirkt. Letzterer enthält einen gläsernen Schwimmer G von der Form eines Aräometers, dessen obere Fassung H eine Stahlnadel in verticaler Stellung auf einem Siegellackplättchen trägt.