Text-Bild-Ansicht Band 205

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In völliger Platin-Schmelzhitze:

theilweise gänzlich zerflossen zu einer
glänzenden, farbigen Schlacke.

zu einer homogenen, glänzenden, löcherigen
Masse erweicht.

4. Rohmaterial, woraus die Dinas-Bricks etc. dargestellt werden.

Besteht nach den vorliegenden Handstücken aus einem grauen, feinkörnigen Sandstein von großer Gleichmäßigkeit in Ansehen und Farbe.

Der Stein ist recht fest und hart, splittert ab mit unvollkommen muschligem Bruche und einem hornähnlichen Durchscheinen an den dünnsten, theils splitterig sich ablösenden Theilen und Kanten.

Pyrometrische Bestimmung.


In annähernder Platin-Schmelzhitze:

Bruchstücke des Sandsteines

Feinst pulverisirt und daraus
Proben geformt
sind äußerlich mit einem ganz leisen
Schmelz überzogen und mit feinsten schwarzen
Pünktchen übersäet. Der Bruch ist nicht
glänzend, mürb und körnig.

ist grau gefärbt, zeigt feinste schwarze
Pünktchen, staubt aber ab beim Schaben
mit dem Messer.

In völliger Platin-Schmelzhitze:

feinster Schmelz hat nur wenig zugenommen;
die schwarzen Pünktchen erscheinen davon
aufgenommen. Der Bruch zeigt kaum eine
Verdichtung.

feinste Flußpünktchen, nur unter der Loupe
zu bemerken. Der Bruch gibt eine gelblich
gefärbte, feinstporige Masse. J ziemlich fest.
Staubt ab beim Schaben mit dem Messer.

Geprüft nach der im Jahrg. 1870 dieses Journals, Bd. CXCVI S. 525, beschriebenen Methode, ist die Strengflüssigkeit = nahezu 100 zu setzen, d.h. gleich dem besten bekannten natürlichen Kieselmaterial.

Gemäß vergleichender qualitativer Prüfung der drei Fabricate wie des Rohmateriales, resp. gleiche feinstpulverisirte Mengen mit Salzsäure oder Schwefelsäure längere Zeit digerirt, wurde gefunden:

Am freiesten von Eisen ist der weiße Dinasstein, während der rothe, das Cement wie der Sandstein, eisenhaltiger sind. Am eisenhaltigsten erschien darunter der rothe Dinasstein, welcher aber zum vollständigen Ausziehen des Eisens ein längeres, andauerndes Erhitzen abwechselnd mit concentrirter und verdünnter Schwefelsäure, unter Zusatz von chlorsaurem Kali, erforderte, während für die übrigen ein Digeriren mit Salzsäure genügte.