Text-Bild-Ansicht Band 205

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Bei der quantitativen Bestimmung fand ich in dem rothen Dinasstein 1,10 Procent Eisenoxyd, in dem weißen Dinasstein aber nur 0,5 Proc.

Dagegen erwies sich am bei weitem kalkreichsten der weiße Dinasstein. Die quantitative Bestimmung ergab 2,07 Proc. Kalk.

Merklich Kalk zeigte das Cement, weniger der rothe Dinasstein wie der Sandstein.

Diese Resultate sprechen in Uebereinstimmung mit den neuesten, vom k. k. Probiramt ausgeführten Analysen englischer Quarzziegel14) dafür, daß man in England resp. Schottland bei Anfertigung der Dinasziegel aus dem wenig kalk- wie wenig eisenhaltigen Rohmaterial, einerseits Kalk zusetzt (wie auch Percy angibt), bald aber auch, wie die Bezeichnung des Fabrikanten schon ausspricht, den Kalk nicht anwendet, und dafür wohl Eisen substituirt.

Unter den vorstehenden Fabricaten und Materialien ist demnach der weiße Dinasstein von der hervorragendsten Schwerschmelzbarkeit, fast gleich derjenigen des Rohmateriales; entschieden tiefer stellt sich die des rothen, mehr eisenhaltigen, und noch geringer die des Cementes.

Die schon länger anerkannte und bewährte Güte der englischen Dinassteine erster Qualität hat zunächst ihren Grund in dem so äußerst streng flüssigen und verhältnißmäßig so reinen Rohmaterial, wie die vorliegenden Handstücke zeigen, wozu, was anzuerkennen, eine Bearbeitungsweise kommt, welche als vollendet zu bezeichnen ist. Hinsichtlich gleichzeitiger Erfüllung der beiden Bedingungen: größte Schwerschmelzbarkeit der Gesammtmasse und äußere, mechanische Festigkeit, sowohl der Steine als solche wie in ihrem Verhalten im Feuer, stehen, soweit bei uns dieser Industriezweig in fabrikmäßigem Betriebe und im Handel bekannt ist, noch immer bis jetzt die besten englischen den besten deutschen Dinas-Fabricaten als Muster voran.

Wiesbaden, im Juli 1872.

14)

Polytechn. Journal Bd. CCIV S. 419 (erstes Juniheft 1872).