Text-Bild-Ansicht Band 206

Bild:
<< vorherige Seite

behandelt, bis das Säurebad erschöpft (gesättigt) ist; dann wird das Bad mit 2 bis 3 Procent (von der angewandten Quantität Salzsäure) Salpetersäure und 1 bis 1 1/2 Procent chlorsaurem Kali versetzt; dadurch wird dasselbe in gewissem Grade regenerirt, so daß 500 Pfund Salzsäure, anstatt der vorher erforderlich gewesenen 1000 Pfund, hinreichen, um eine Tonne Abfälle zu behandeln.“

„Bei dieser Operation dient die Salpetersäure zur Bildung von Zinnoxydul, welches in schwacher Salzsäure leichter löslich ist, als metallisches Zinn.38) Der Zusatz von chlorsaurem Kali bezweckt, die Fällung von Zinnoxydulhydrat zu verhüten, welches bei dem Processe verloren ginge, weil es am Ende der Operation niederfallen würde (wenn es sich in einer gesättigten, kaum sauren Lösung gebildet hat).“

„Bei der praktischen Ausführung des Verfahrens werden die Weißblechabfälle in eine cylindrische Trommel aus Kupfer gefüllt, welche mit Löchern versehen ist. Eine solche Trommel vermag bei etwa sechs Fuß Durchmesser und fünf Fuß Länge 1000 bis 1500 Pfund Abfälle aufzunehmen. Sie ist mit einer zweiflügeligen Thür zum Füllen und Entleeren versehen, und wird mittelst einer hindurchgehenden oder nur an ihren beiden Stirnenden befestigten kupfernen Welle in Umdrehung versetzt. Man läßt diese Trommel nacheinander in verschiedenen Bottichen rotiren, welche mit den bei dem Processe angewendeten Flüssigkeiten gefüllt sind, wobei man sie von einem Lager auf ein anderes mittelst eines Wagens transportirt, welcher auf einem über den Bottichen befindlichen Schienenwege läuft, und sie mittelst eines von einem Motor getriebenen Vorgeleges in Umdrehung versetzt.“

„Der erste Bottich, welcher aus starkem Holze angefertigt und mit Glasplatten gefüttert ist, wird mit Salzsäure fast bis an den Rand gefüllt. Sobald sich das Zinn aufgelöst hat, wird die Trommel aus dem Säurebottich gehoben und in einen anderen mit Wasser gefüllten Bottich gebracht in welchem man sie mehrere Minuten rotiren läßt. Aus diesem Bade versetzt man sie in einen zweiten mit Wasser gefüllten Bottich, worin man sie ebenfalls rotiren läßt, damit die Blechschnitzel vollständig von Säure befreit werden. Endlich läßt man die Trommel in einem vierten Bottich rotiren, welcher eine schwache Auflösung von Natron-Wasserglas enthält; diese Lösung wird angewendet, um das Rosten der vom Zinn entblößten Blechschnitzel zu verhüten.“

38)

Der Zusatz von Salpetersäure zur Salzsäure behufs Auslösung des Zinnes vom Eisen der Blechabschnitzel wurde zuerst (jedoch in viel Justus Fuchs in Breslau angewandt (man s. polytechn. Journal, 1866, Bd. CLXXIX S. 83). A. d. Red.