Text-Bild-Ansicht Band 206

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Aus den vom Erfinder abgeführten Versuchen ergab sich, daß die zum Auslösen des Zinnes von dem Eisen erforderliche Zeit mit jeder neu eingetragenen Charge um fünf bis zehn Minuten zunimmt. Wenn eine Stunde nöthig ist, um eine Charge gehörig zu behandeln, so versetzt man das Bad allmählich unter Umrühren mit Salpetersäure und chlorsaurem Kali; in dem so regenerirten Bade kann dann eine der zuerst behandelten gleiche Quantität von Weißblechabfällen behandelt werden. Die durch den Zusatz dieser Chemikalien erzielte Ersparniß an Salzsäure beträgt, wie erwähnt, über 500 Pfund per Tonne Abfälle.

Die zur Behandlung einer Charge erforderliche Zeit beträgt durchschnittlich eine Stunde und fünfzehn Minuten.

Wenn die Flüssigkeit im ersten Bottich kein Zinn mehr auflösen kann, zieht man sie in einen unter demselben befindlichen Bottich ab. In letzterem wird durch Zink das Zinn metallisch ausgefällt und kann dann verschmolzen werden. In der Lösung bleibt Chlorzink und Eisenchlorür zurück; man verarbeitet dieselbe auf Anstrichfarben, oder benutzt sie als Desinfectionsmittel oder zum Conserviren des Nutzholzes.

Die Vortheile dieses Verfahrens bestehen:

1) in der Ersparniß von ungefähr 500 Pfd. Salzsäure per Tonne Weißblechschnitzel;

2) in der Verhütung von mindestens zehn Procent Abgang bei der weiteren Verarbeitung des erhaltenen Eisens, in Folge der Behandlung desselben mit Wasserglas zur Verhinderung des Rostens;

3) in der Verwendung der rückständigen Flüssigkeit zu nützlichen Zwecken;

4) in der Ersparniß an Handarbeit durch die angewendete Maschinerie.

LX. Ueber Patina-Bildung.

Aus den Verhandlungen des Vereines zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen, 1872 S. 35.

Nachdem die im Jahre 1864 auf den Antrag des jetzt verstorbenen Professors G. Magnus ernannte Commission zur Ermittelung der Bedingungen, unter denen die antike Patina sich bildet, durch Tod oder