Text-Bild-Ansicht Band 206

Bild:
<< vorherige Seite

zu erhalten. Die kleinstückige Kohle hat auch noch den Vortheil, daß sie weniger Verkohlungsverlust gibt, als die großstückige; ja, sie kommt manchmal so vortrefflich verkohlt vor, daß man der nachträglichen Verkohlung im Ofen völlig überhoben ist; diese gute Eigenschaft findet sich vorzugsweise bei der Kohle welche aus den Aesten und Zweigen dargestellt wird.

Berechnet man aus den obigen Verlustzahlen das Mittel, so erhält man 19,59 oder rund 20 Proc.

Aus 100 Vol. Meilerkohlen werden durchschnittlich 52 Vol. geglühter Kohlen erhalten. Diese 52 Vol. verlieren weiter durch das Mahlen, à 20 Proc., 10,4 Vol. Es resultiren mithin aus 100 scheinbaren Vol. Meilerkohlen 41,6 Vol. gesiebte Filtrirkohlen.

Um die gesiebte Filtrirkohle zu gewinnen, müssen demnach 58,4 Proc. des Rohmateriales geopfert werden. Der Verkohlungsverlust ist meistens nicht zu umgehen; aber daß man aus der gemahlenen Kohle auch noch das Kohlenpulver abscheidet, läßt sich gar nicht rechtfertigen, ist geradezu zweckwidrig. Bei der Besprechung der Entfuselung wird dieses bewiesen werden.

Ich ließ ausgeglühte Kohlen mahlen ohne Siebung, um den Verstäubungsverlust festzustellen.

Versuch. Auf die Mühle. Von der Mühle. Verlust.
Nr. 1. 2168 Pfd. 2146 Pfd. 22 Pfd.
Nr. 2. 2175 „ 2150 „ 25 „
––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
4343 Pfd. 4296 Pfd. 47 Pfd.

Mithin Mahlverlust durch Verstäubung 1,08 Gewichtsproc., oder, da die Volumeinheit der ungemahlenen Kohlen 11,4 Pfd. wog, eben so viel Volumproc. Beim Nichtsieben der gemahlenen Kohlen erspart man also im Mittel 19,59 – 1,08 = 18,51 Proc. vom Volumen der geglühten ungemahlenen Kohlen, oder 9,63 Proc. vom Vol. der Meilerkohle.

Im ersten der hier besprochenen Mahlversuche gaben 261 Pfd. Kohlen 191,1 Pfd. Kohlenkorn und 69,9 Pfd. Mahlverlust. Rechnet man von diesem Mahlverluste den Verstäubungsverlust à 1,08 Proc. mit 2,8 Pfd. ab, so hinterbleiben 67,1 Pfd. Kohlenpulver auf 191,1 Pfd. Kohlenkorn. Im zweiten Falle kommen 634,6 – 55,3 = 579,3 Pfd. Pulver auf 4484 Pfd. Korn. Hätte die Siebung nicht stattgefunden, so hätte die gemahlene Kohle bestanden:

im ersten Falle im zweiten Falle im Mittel
aus Kohlenkorn 74,0 Gew. Proc. 88,5 Proc. 81,25 Proc.
aus Kohlenpulver 26,0 „ „ 11,5 „ 18,75 „
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
100,0 100,0 100,00