Text-Bild-Ansicht Band 206

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ausfüllende Spiritus rein ablaufen gelassen und gemessen. Durchschnittlich wurden 86,51 Kf. Spiritus zurückerhalten. Folglich war das wahre Holzkohlenvolum = 186,33 – 86,51 = 99,82 Kf.

Da das wahre Holzkohlenvolum sich nun zusammensetzt aus dem Volum der Kohlensubstanz + Volum der in dieser enthaltenen Poren, so berechnet sich, daß diese 99,82 Kf. Holzkohlen bestanden aus 8,39 Kf. Substanz und aus (99,82 – 8,39) 91,43 Kf. Poren.

So zeigt sich uns hier die immense Porosität der Holzkohle in recht anschaulicher Weise: durch sie sind 8,39 Kf. porenloser Holzkohlensubstanz zu 99,82 Kf. poröser Kohle, oder um etwa das 12fache ihres Volumes aufgeblasen.

Das Porenlabyrinth der Holzkohle ist, wie gesagt, erfüllt von verdichteten Atmosphärilien, von Luft und Wasser. Diese absorbirten Körper stehen hier unter dem mächtig fesselnden, bindenden Einflusse der Capillarität. Es ist daher schon vorauszusehen, daß wir beim Sättigen der Filtrirkohle mit Spiritus auf einen energischen Widerstand der Porenluft stoßen werden.

Wenn man ein Gemenge von großen und kleinen Kohlenpartikelchen in einem Glaskölbchen mit Spiritus übergießt, so steigt die ganze Kohlenmenge an die Oberfläche des Spiritus und schwimmt auf ihr. Erst nach häufigem Umschütteln und nach wochenlangem Stehen senken sich alle Partikelchen, die kleinen zuerst, dann die großen, nieder auf den Boden des Glaskölbchens. So langer Zeit bedurfte der Spiritus, um die Luft aus den Kohlenporen völlig zu verdrängen, trotzdem die im Kölbchen obwaltenden Verhältnisse der Luftverdrängung so außerordentlich günstig sind: im Kölbchen sind die Kohlenpartikelchen beweglich, sie können geschüttelt werden; sie sind umgeben von einem Spiritusvolum, welches das Mehrfache des Kohlenvolums ausmacht; die Luft, welche nicht in, sondern zwischen den einzelnen Partikelchen sich befindet, entweicht sofort völlig beim Uebergießen.

Diese Gunst der Verhältnisse existirt in den Filtrirbatterien nicht; hier sind die Kohlenpartikelchen zu einer dichten, festen, unbeweglichen, 5–7 Meter hohen Säule aufgethürmt. Beim Anfüllen eines frischen Filters haben wir deßwegen mit dem Widerstande nicht allein der in den Kohlenpartikelchen, sondern auch der zwischen denselben befindlichen Luft zu kämpfen: und daher ist die Filterfüllung, soll sie nicht über's Knie gebrochen werden, eine so sehr zeitraubende, lästige Arbeit.

Die Füllung der Kohlenfilter mit Spiritus geschieht entweder von oben, oder von unten. Geschieht sie von oben, so müssen Spiritus und Luft entgegengesetzte Wege gehen. Die Folge davon ist, daß die Luft