Text-Bild-Ansicht Band 206

Bild:
<< vorherige Seite

Füllung von oben bei geschlossenem Mannloch ausgeführt wird, die Luft also nur durch den Filterständer, aus welchem sich der Spiritus ergießt, in das zum Speisebassin führende, einzöllige Luftrohr entweichen kann.

Nur durch die Füllung der Filter von unten kann die umgebende Luft leicht verdrängt werden. Es sind deßhalb die Filter immer so einzurichten, daß die Zu- und Ueberströmung von unten stattfindet.

Ob nun von oben, oder von unten gefüllt wurde, – in beiden Fällen treten im Laufe der Benutzung des Filters gewisse Erscheinungen ein, welche unsere Aufmerksamkeit verdienen.

Der filtrirte Spiritus zeigt bei seinem Auftreten im Verschlusse der Batterie in der Regel ein starkes Perlen, eine Entwickelung von zahllosen feinen Luftbläschen. Woher diese Luft?

Eine Batterie ist im besten Filtriren, Fließen begriffen. Auf einmal fängt der Ausfluß an, kleiner und kleiner zu werden; endlich hört er ganz auf. Es hat sich nämlich in der Regel im Halse des Filters eine Luftblase von solcher Spannung gebildet, daß sie die Zu- oder Ueberströmung stocken macht Woher diese Luftblase?

Eine Batterie filtrirt sehr hübsch, ruhig und glatt. Daß sie so filtrirt, zeigt an, daß sich nirgends in ihr ein Winkel oder Plätzchen befindet, welches nicht von Spiritus oder Kohle erfüllt wäre, daß jedes Filter bis unter dem Mannlochdeckel voll Spiritus ist. Wenn ich also am Abend die Filtration durch Schließen der Zuströmung unterbreche, um sie am Morgen wieder fortzusetzen, so muß nothwendig am folgenden Morgen die Ausströmung in demselben Augenblicke beginnen, in welchem die Zuströmung geöffnet wird. Es ereignet sich nun aber manchmal, daß dieses nicht geschieht. Erst nachdem die Zuströmung schon vielleicht 10–15 Minuten im Gange ist, findet Ueber- und Ausströmung statt. Oeffnet man, nach der Ursache suchend, die Mannlöcher der Filter, so findet man, daß das Spiritusniveau im einen oder anderen Filter über Nacht um 50, 60 ja 100 Centimeter gesunken ist; der freigewordene Raum ist von Luft erfüllt: offenbar haben hier Spiritus und Luft ihre Plätze ausgewechselt. Woher diese Luft?

Diese Erscheinungen kommen am stärksten und häufigsten in der ersten Hälfte der Wirkungsdauer der Filter vor; später treten sie schwächer und seltener auf.

Es ist die Porenluft, welche alle diese Erscheinungen hervorbringt, und was uns schon der Versuch im Glaskölbchen zeigte, daß nämlich die völlige Sättigung der Kohle mit Spiritus sehr langsam zu bewerkstelligen sey, das zeigt sich hier im Filter recht deutlich wieder, nur mit dem Unterschiede, daß für die Verdrängung der Luft aus den centralen Poren