Text-Bild-Ansicht Band 206

Bild:
<< vorherige Seite

3 Liter Alkohol gefüllt wird.85) Dieß geschieht durch eine mit einem Schraubenstöpfel verschließbare Trichteröffnung C. Die Tubulatur D hat die Bestimmung, das Innere des Behälters mit dem Medium dessen Spannung ermittelt werden soll, in Verbindung zu setzen; sie wird, wenn der Apparat in Ruhe ist, mittelst einer Schraube geschlossen, um die Verdunstung des Alkohols und in Folge dessen die Erhöhung seines specifischen Gewichtes möglichst zu verhüten. Der rectanguläre Behälter steht durch eine Kautschukröhre G, H mit einer gut kalibrirten und in Millimeter getheilten Röhre E, F aus Krystallglas in Verbindung. Die Biegsamkeit des Kautschuks gestattet diese Röhre, wenn man von dem Apparat Gebrauch machen will, leicht auf Null zu stellen. Die gläserne Indicatorröhre liegt in einem Träger K, welcher sich mittelst einer Schraube V in einer Führung I auf und nieder bewegen läßt, um der Röhre die gewünschte Neigung zu geben. Der andere Träger L ist fest und seine Oeffnung so weit, daß die Glasröhre bei Aenderung ihrer Neigung ungehindert in verschiedene Lagen bewegt werden kann. Das Ganze ist auf einer eisernen Platte angeordnet, welche mit Hülfe von vier Stellschrauben V¹ und einer Wasserwaage N in horizontale Lage gebracht werden kann. Die Neigung der Röhre E, F wird mittelst einer Scala gemessen, auf welcher sich eine an den Träger K befestigte Nadel bewegt.

Der Alkohol steht selbstverständlich in der Glasröhre und in dem Messingbehälter in gleichem Niveau. Bringt man mittelst der Tubulatur D den Apparat mit dem Medium in Verbindung, dessen Spannung man ermitteln will, während die Oeffnung F der Glasröhre mit der äußeren Luft communicirt, so tritt in dem Behälter eine Veränderung des Niveau's ein, welche sich sofort an der Flüssigkeitssäule in der Glasröhre kund gibt, und zwar wird in der letzteren die Amplitude der Schwankung im umgekehrten Verhältnisse der Neigung der Röhre vervielfacht erscheinen.

Setzt man den Apparat mit dem Gasraum oberhalb der Feuerbrücke eines Dampfkessels in Verbindung, so kann man mit großer Genauigkeit die Aenderungen des Zuges beobachten. Der Erfinder theilt in dieser Beziehung folgende Beobachtungsresultate mit:

85)

Man erhält keine befriedigenden Resultate, wenn man den Alkohol durch Wasser ersetzt. Das Instrument wird alsdann zu trag; die Kapillarität hindert die freie Bewegung des Wassers in der Röhre, welche durch dasselbe sehr oft gar nicht benetzt wird, besonders wenn es bereits einige Zeit gedient hat. Das geringste Stäubchen bildet ein Hinderniß in der Bewegung der Flüssigkeitssäule. Mit dem Alkohol hingengen sind dergleichen Uebelstände nicht zu befürchten.