Text-Bild-Ansicht Band 206

Bild:
<< vorherige Seite

II. Zur Dextrinbestimmung diente eine Dextrinlösung,91) welche auf nahezu dasselbe specifische Gewicht wie das der Würze gebracht worden war. Diese Dextrinlösung zeigte das specifische Gewicht 1,05456.

III. Zur Zuckerbestimmung bereitete der Verf. eine Lösung aus Traubenzucker; sie hatte das specifische Gewicht 1,05928.

Behufs der Trockenbestimmung gab der Verf. in drei tarirte Liebig'sche Trockenröhren je 10 Kubikcentimeter einer der drei Lösungen und erhob das Gewicht derselben. Es betrug

I. bei der Würze 10,4868 Grm.
II. bei der Dextrinlösung 10,4600
III. bei der Zuckerlösung 10,5520

Die mit den Lösungen beschickten Trockenröhren wurden nun so in ein auf 102° C. erhitztes Oelbad gesetzt, daß der Flüssigkeitsspiegel in den Trockenröhren noch über dem Niveau des Oelbades stand, damit eine allmähliche Verdunstung des Wassers ohne Aufschäumen der Flüssigkeit stattfinde. Die Temperatur in den Röhren dürfte nahezu 100°, jedoch nie mehr betragen haben. Nach zwölfstündigem Erwärmen und durch zeitweiliges Durchsaugen von Luft waren die Lösungen eingetrocknet. Die Trockenröhren wurden nun tiefer in das Oelbad gesenkt, und das Austrocknen des Rückstandes unter fortgesetztem Durchleiten eines getrockneten Luftstromes so lange fortgesetzt, bis zwei auf einander folgende Wägungen keinen Gewichtsverlust mehr anzeigten.

Nach 72 Stunden war bei dem Extract und dem Dextrin ein constantes Gewicht erreicht. Bei dem Zucker hingegen war selbst bei weiterem Austrocknen kein constantes Gewicht zu erzielen, und es zeigte sich bei demselben schon nach der vierten Wägung in den über dem Oelbade befindlichen Theilen der Trockenröhre ein leichter Beschlag von Kohlenstoff oder kohlenstoffreicher Substanz, der von der siebenten Wägung an zusehends sich verstärkte. Dieß deutet auf eine Zersetzung des Traubenzuckers, wobei Wasserstoff und Sauerstoff in Form von Wasser entweichen. Der Verf. nahm daher beim Zucker das Resultat der siebenten Wägung als Constante an.

Der trockene Rückstand betrug nun

I. beim Extract 1,3546 Grm.
II. beim Dextrin 1,3314
III. beim Zucker 1,5238
91)

Das verwendete Dextrin war durch öfteres Fällen mit Weingeist aus Würze erhalten.