Text-Bild-Ansicht Band 207

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Die Geleissperrvorrichtungen müssen so construirt seyn, daß keine ihrer Theile mehr als 5 Centimet. über die Schienenoberkante hervorragen, weil sonst das gefahrlose Passiren gewisser Fahrzeuge (Wagen mit Bremsen, Locomotiven mit tiefliegendem Mechanismus etc.) nicht mehr möglich ist. Auch müssen die Arbeiter derartige Apparate vollständig gefahrlos bedienen können.

Die Geleissperrvorrichtungen sind entweder fix oder transportabel; die ersteren sind in der Regel wirksamer und auch sicherer, als die letzteren; dagegen können sie natürlich nur an jenen Stellen der Geleise verwendet werden, wo sie errichtet sind, und stehen den transportablen in dieser Beziehung nach; die letzteren sind für den Betrieb weit bequemer, weil sie sich an jeder beliebigen Stelle der Haupt- und Nebengeleise anwenden lassen. Das Letztere ist namentlich auf den Stationen älterer Bahnen von Wichtigkeit, auf denen, ihrer Beschränktheit wegen, nicht immer die gleichen Geleise zum Aufstellen von Wagen bestimmt werden können, wo es also wünschenswerth ist, die Fahrzeuge augenblicklich an Punkten aufzustellen, wo sich gerade die Geleissperrvorrichtung nicht befindet, wo somit transportabele Apparate erforderlich sind.

Zur Sicherung des Betriebes wäre es wünschenswerth, daß Geleis-Sperrvorrichtungen nicht nur auf solchen Bahnhöfen angeordnet würden, deren Geleise selbst im Gefälle liegen, sondern daß dieß auf allen jenen Stationen geschehe, auf denen überhaupt ein Localverkehr der Eisenbahnwagen stattfindet. Ohne derartige gewissenhaft benutzte Vorkehrungen sind nur jene seltenen Bahnhöfe als gefahrlos zu betrachten, welche in einem kesselartigen Terrain liegen und in allen Geleisenden erhebliche Steigungen haben.

In Deutschland sind Geleis-Sperrvorrichtungen nur wenig im Gebrauche; man findet sie entweder gar nicht, oder nur in sehr einfacher Construction in Verwendung. Die am häufigsten vorkommenden Vorrichtungen sind etwa folgende:

1) Es werden die Wagen durch Holzkeile oder durch kurze Balkenstücke, sogenannte Vorlegeklötze, die man quer über die Schienen, nur ganz lose, legt, aufgehalten. Sollen diese Holzobjecte ihren Zweck überhaupt und längere Zeit erfüllen, so müssen sie kräftig construirt und mit Eisen beschlagen seyn. Dieß hat aber wieder die Besorgniß zur Folge, daß die Arbeiter den unbequemen Transport der Keile oder Klötze an den Ort der Verwendung unterlassen, und daß die herumliegenden Stücke