Text-Bild-Ansicht Band 207

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Das chlorsaure Kali besitzt nur eine ziemlich geringe Löslichkeit und krystallisirt oft in der Farbe selbst; aber, abgesehen von diesem besonderen Falle, ist die Gegenwart eines großen Verhältnisses von Kalisalzen in einer Farbe im Allgemeinen als gefährlich zu betrachten, wegen der Neigung dieser Substanzen, durch doppelte Zersetzung mit anderen Salzen schwerlösliche Verbindungen zu bilden, wie z.B. das neutrale schwefelsaure Kali, das saure weinsaure Kali, den Alaun.

In gewissen Fällen kann auch die Gegenwart einer zu großen Menge von Alkalisalzen in einer Druckfarbe zu anderen Unfällen, z.B. zum Fließen beim Dämpfen etc. Anlaß geben.

Es ist daher häufig nützlich, das Kali vor der Bereitung der Farbe zu beseitigen.

Die als die natürlichste sich darbietende Methode zur Erreichung dieses Zweckes besteht gerade in der Benutzung der Schwerlöslichkeit gewisser Kaliverbindungen. So wird die Abscheidung des Kalis im Zustande von Schwefelsäuresalz und die in Form von Weinstein häufig angewendet.

Der Zweck dieser Mittheilung ist, auf die Ausscheidung des Kalis im Zustande von Alaun aufmerksam zu machen, welche in den sehr zahlreichen Fällen wo die Gegenwart von Thonerde nicht nachtheilig ist, eine nützliche Anwendung gestatten dürfte.

Läßt man 4 Molecüle schwefelsaure Thonerde auf 6 Mol. chlorsaures Kali einwirken, so findet die durch nachstehende Gleichung dargestellte Reaction statt:

6 (HO, ClO⁵) + 4 (Al²O³, SO³ + 18 aq.) = 3 (Al²O³, SO³) + (KO, SO³ + 24 aq.) + (Al²O³, ClO⁵).

Demnach geht alles Kali in den Zustand von schwerlöslichem Alaun über, welcher sich in einer concentrirten Flüssigkeit zum großen Theile absetzt, während sämmtliche Chlorsäure als chlorsaure Thonerde aufgelöst bleibt.

Die praktische Ausführung dieses Verfahrens ist folgende: Man löst einerseits 100 Gramme chlorsaures Kali in 250 Grm. heißem Wasser; andererseits 362 Grm. schwefelsaure Thonerde in 161 Grm. Wasser; beide Lösungen läßt man bis zu dem Punkte erkalten wo sie zu krystallisiren beginnen würden, also die Lösung des Chlorsäuresalzes bis auf etwa 80° C., und die der schwefelsauren Thonerde auf ungefähr 60° C.; dann vermischt man beide Lösungen und rührt bis zum vollständigen Erkalten um. Hernach decantirt man die Flüssigkeit und läßt den Alaunniederschlag in einem Filtrirbeutel abtropfen.

Bei Anwendung dieser Verhältnisse erhält man an Alaun ungefähr