Text-Bild-Ansicht Band 209

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dünne breite Schichte, welche, je nach dem Abstande der Mündungen von dem Gewebe, gegen das letztere mit größerer oder geringerer Kraft unter einer mehr oder weniger hohen Temperatur angetrieben wird. Dieser Umstand ist es, welcher die Anwendung des Bastaert'schen Verfahrens zum Trocknen von Geweben aller Art, starken oder leichten, in Leinen, Baumwolle, Wolle oder Seide, gebleichten, appretirten, bedruckten oder gefärbten gestattet. Je nach ihrer Beschaffenheit werden diese Gewebe den Ausströmungsöffnungen nach Belieben genähert oder von denselben entfernt; man kann außerdem, je nach dem Zustande der zu trocknenden Stoffe, mit veränderlicher Temperatur und Dampfspannung arbeiten, die Zahl der dampfausströmenden Ansätze vermehren, kurz die Wirkung des Dampfes und der mitgerissenen Luft beliebig reguliren.

Wenn die Röhre E, wie Fig. 16 zeigt, in einem seitwärts geschlossenen Behälter eingebettet ist, so wird die Luft in beschränkterem Maaße mitgerissen; sind jedoch die Seitenwände des Behälters, wie Fig. 17 zeigt, mit Oeffnungen versehen, durch welche die Luft eintreten kann, so erleichtert dieser Umstand das Mitreißen der Luft.

Die Anordnung Fig. 18 stellt ein Gewebe dar, welches mehreremal auf der nämlichen Fläche der Einwirkung des jedesmal aus einer Reihe von Mündungen ausströmenden Dampfes ausgesetzt ist. In Fig. 19 wirken auf beide Seiten des Gewebes Dampfstrahlen, welche doppelten und dreifachen Löcherreihen entströmen. Die Mittel zur Fortbewegung der Gewebe während der Procedur des Trocknens, sowie die Vorrichtungen, um sie während ihres Durchganges durch den Apparat zu spannen und schließlich aufzurollen oder in Falten zu legen, sind hinreichend bekannt und bedürfen daher keiner Beschreibung.

Wenn die in ihrer ganzen Breite dargebotenen Gewebe bei ihrem Durchgang durch den Apparat auf einer oder auf beiden Seiten der gleichmäßigen Einwirkung der Dampf- und Luftstrahlen ausgesetzt werden, so begreift man, daß das Trocknen derselben sehr gleichmäßig von Statten geht. Diese regelmäßige Bearbeitung jedes Quadratmillimeters des Gewebes verleiht dem Stoffe eine leichte Appretur und ein sehr gefälliges Ansehen. Der überhitzte Dampf zeichnet sich außerdem dadurch aus, daß die seiner Einwirkung ausgesetzten Stoffe nicht, wie die in anderen Apparaten, insbesondere in Trockenkammern mittelst warmer Luft getrockneten, brüchig, sondern voll und geschmeidig sich anfühlen.

Das Bastaert'sche System gewährt, vom ökonomischen Gesichtspunkte aus betrachtet, anderen Systemen gegenüber wichtige Vortheile. Die Erwärmung der Stoffe durch Berührung mit geheizten (Mindern