Text-Bild-Ansicht Band 209

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und Schwefelwasserstoff, und von den festen Körpern der kohlensaure Kalk, die kohlensaure Magnesia, der schwefelsaure Kalk (Gyps), das Chlormagnesium und saure schwefelsaure Metallsalze welche häufig in Grubenwässern enthalten sind, jene schädlichen Bestandtheile, die dessen Härte bedingen und am häufigsten beim Verdampfen des Wassers Veranlassung zur Bildung der so schädlichen Kesselsteine geben. Chlormagnesium, dessen Lösung sich beim Verdampfen zum Theil in Salzsäure und in das in Wasser unlösliche basische Chlormagnesium zerlegt, bedingt hierdurch das Angegriffenwerden des Kesselbleches. Denselben nachtheiligen Einfluß üben saure Grubenwässer und Schwefelwasserstoff.44)

Am häufigsten bilden sich aber Kesselsteine in Folge eines Gehaltes des Speisewassers an kohlensaurem Kalke, an kohlensaurer Magnesia und an Gyps, welche erstere zwei Körper bekanntlich in der im Wasser enthaltenen Kohlensäure als doppelt-kohlensaure Salze gelöst sind. Diese beiden Körper fallen als einfach-kohlensaure Salze in Form eines weißen Niederschlages heraus, sobald das Wasser anhaltend zum Sieden erhitzt wird, indem hierbei jenes Kohlensäurequantum mit den Wasserdämpfen gasförmig entweicht, das den kohlensauren Kalk und die kohlensaure Magnesia löslich machte.

Mit dem Gyps hat es eine andere Bewandtniß.

Besonders zwei Ursachen tragen zu dessen Ausscheidung im Kessel bei. Einmal ist derselbe in Wasser schwer löslich und es muß daher beim Verdampfen des Wassers endlich ein Zeitpunkt eintreten, wo die Menge des Gypses im Kesselwasser so angereichert ist, daß derselbe sich ausscheidet; dazu kommt dann noch, daß bei höherem Drucke diese Abscheidung viel früher erfolgt, als den gewöhnlichen Verhältnissen entspricht, wie die Untersuchungen Cousté's über die Kesselspeisung mit Meereswasser zeigen. Nach denselben tritt unter gewöhnlichen Umständen die oben erwähnte Gypsabscheidung ein, wenn das Wasser eine Dichte von 13° Baumé erreicht. Bei erhöhtem Drucke aber erfolgt dieselbe für je 1/5 Atmosphäre um 1° Baumé früher, als den normalen Verhältnissen entspricht.

Die Menge von Kesselstein, welche ein an obigen Salzen reiches Wasser im Dampfkessel absetzt, ist oft sehr bedeutend und dessen Beschaffenheit verschieden. Im Allgemeinen läßt sich wohl annehmen, daß ein größerer Gypsgehalt des Wassers die Bildung fester Kesselsteine veranlaßt, obschon auch häufig sehr feste Ablagerungen im Kessel erfolgen,

44)

Privoznik, im polytechn. Journal, 1873 S. 132 und 320.