Text-Bild-Ansicht Band 127

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atmosphärischen Druck beschränkten, und die allgemeine Anwendbarkeit ihrer Entdeckung ohne weitere Versuche annahmen.

Da „überhitzter Dampf“ ein großes Interesse für den Verfasser hatte, so unternahm er im Jahre 1847 einige directe Versuche über das Verhältniß seiner Expansion. Er erlangte dadurch eine Bestätigung seiner Ansicht, daß Dämpfe sich rascher expandiren als permanente Gase, oder mit andern Worten, daß das Expansions-Verhältniß verschiedener Gase und Dämpfe gleich ist, nicht bei derselben absoluten Temperatur, sondern an Punkten die vom Erzeugungspunkt gleichweit entfernt sind.

Der zu diesen Versuchen angewandte Apparat ist in den Fig. 40 und 41 in einem Länge- und einem Querdurchschnitt abgebildet. Er besteht aus einem mit Oel gefüllten metallenen Kasten A, A, unter welchem ein Ofen B, B, befindlich ist, der durch Gasflammen gefeuert wird. Das eine Ende des Kastens ist mit einer Stopfbüchse versehen, durch welche eine Glasröhre C, von ungefähr 1/16 Zoll Durchmesser, geht. Sie ist an dem einen Ende verschlossen, kann verschoben werden und ruht horizontal auf einer Scala unter der Oeloberfläche. Das andere offene Ende der Glasröhre ist mit einem offenen Quecksilberheber G verbunden, um den verlangten Druck in der horizontalen Glasröhre hervorzubringen. In das verschlossene Ende der Röhre C wird ein wenig Wasser und ein Quecksilberkolben P gebracht, worauf man die Röhre in das Oelbad bringt und sie mit dem Heber verbindet. Das Oelbad wird nun nach und nach erwärmt und die Temperatur beobachtet. Sobald der Siedepunkt des Wassers unter dem fraglichen Druck in der Röhre erreicht ist, bewegt sich der Quecksilberkolben rasch vorwärts, bis alles Wasser in Dampf verwandelt ist. Da die Temperatur fortwährend steigt, so setzt der Kolben seinen Lauf langsamer auf der Scala fort, und es wird sein Vorschreiten auf derselben von Zeit zu Zeit, nebst der Temperatur, beobachtet. Das Experiment wird fortgesetzt, bis die Temperatur ohngefähr 400° Fahrenh. erreicht, worauf das Oel zu sieden beginnt. Die Gasflamme wird dann entfernt, damit sich das Bad nach und nach abkühlen kann. Die Beobachtungen der Temperatur und der Stellung des Quecksilberkolbens werden fortgesetzt bis die Dämpfe hinter demselben wiederum verdichtet sind. Eine Vergleichung der zwei Reihen von Beobachtungen gibt das richtige Mittel des Versuchs, durch welches die Wirkungen der Reibung des Quecksilberkolbens, jede mögliche geringe Entweichung von Dampf durch denselben, endlich alle Fehler, die von der langsamen Fortpflanzung der Wärme herühren, vollständig ausgeglichen werden.