Text-Bild-Ansicht Band 127

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welches bei seiner Anwendung im Großen in der Zuckerfabrik des Grafen Alexis Bobrinski zu Michailosski über alle Erwartung günstige Resultate lieferte.

Daß bisher das Nachpressen des Rübenbreies sich unvortheilhaft erwies, scheint mir zwei Hauptursachen zugeschrieben werden zu müssen: 1) dem geringen Gehalt des beim Nachpressen erhaltenen Safts, welcher zu große Abdampfungskosten veranlaßte; 2) der Vermischung dieses Safts, welcher nothwendig schon mehr oder weniger verändert ist, mit dem frischen Saft, welchen das erste Pressen lieferte; man bringt so in ein Product von bester Qualität, ein Product von geringerer Qualität, und die dadurch erzielte größere Ausbeute wird oft durch die Verminderung des Werths der Waare mehr als compensirt.

Das Verfahren, welches ich vorschlage, begegnet den erwähnten zwei Ursachen des bisherigen Mißlingens, und gestattet überdieß nicht unbeträchtliche Verluste zu vermeiden, welche man bei einzelnen Operationen täglich in allen Rübenzuckerfabriken erleidet. Es besteht darin:

1) die Verarbeitung des einmal abgepreßten Rückstands zu einer besondern Arbeit zu machen;

2) mit dem Saft, welcher daraus noch gewonnen werden kann, die Melassen anzureichern, welche nur dann noch eine vortheilhafte Krystallisation geben können, wenn man sie mit einem Product von größerem Zuckergehalt versetzt.

Man erspart auf diese Weise die Abdampfungskosten, und während man bisher mit Schaden ein wenig von schlechter Waare in gute brachte, gewinnt man den Vortheil die schlechte Waare mit einem kleinen Quantum von guter zu verbessern.

Ich gehe nun auf die Einzelnheiten des Versuchs über, welcher im Großen zu Michailosski (Regierungsbezirk von Tula) ausgeführt wurde.

In 242 Hektoliter Saft von 4° Baumé, welchen man durch Nachpressen der Treber erhielt, rührte man 4080 Kilogr. Melasse von der dritten Krystallisation, welche ein Jahr im Hofe gestanden hatte; dadurch wurde der Saft auf 12° Baumé gebracht. Man läuterte ihn auf gewöhnliche Weise mit 6 Kilogr. Kalk auf eine Pfanne von 14 Hektolitern. Nach zwei Filtrationen, die eine bei 12° die andere bei 25° B., gab dieser eingedampfte Saft zum Füllen 5680 Kil. eingekochte Masse, welche in Krystallisirgefäße von 24 Hektolitern geschüttet wurde; die Temperatur des geheizten Raums war 26° Reaumur; 25 Tage nach dem Füllen konnte man die Oeffnung der Kästen räumen (das Abfließen dauerte anderthalb Monate); man sammelte so 3280 Kilogr. Melasse und 2400 Kil. gelben Pfannenzucker.