Text-Bild-Ansicht Band 127

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mit Oelfirniß zu tränken, welchem man bei dem letzten Anstriche etwas Ocker etc. zugesetzt hat. Diese Tränkung darf jedoch nur bei ganz vollkommen trockenem Holze angewendet werden.

10) Das Putzen der Mauern ist erst dann vorzunehmen, wenn dieselben völlig ausgetrocknet sind, ebenso sind erst hiernach die Holzarbeiten Fenster, Thürbekleidungen, Fußleisten, Fußböden etc. anzubringen, indem dieselben sonst die Feuchtigkeit wieder anziehen, wenn dazu auch völlig trockenes Holz verwendet war.

LXXXII. Ueber die Zusammensetzung der im Erdreich eingeschlossenen Luft; von Boussingault und Lewy.

Aus dem Cosmos, revue encyclopédique, Decbr. 1852, S. 100.

Die genannten Chemiker übergaben der französischen Akademie der Wissenschaften eine Untersuchung über die Zusammensetzung der im Boden eingeschlossenen Luft, welche bisher noch nicht untersucht worden war, obgleich sie die Beachtung der Agronomen wegen ihrer engen Verknüpfung mit der Beschaffenheit des Bodens, mit dessen Verbesserungsmitteln und dem Dünger verdient. Folgendes ist ein Auszug dieser umfangreichen Arbeit.

„Die organischen Materien, den vereinigten Einflüssen der Luft, der Feuchtigkeit und einer geeigneten Temperatur ausgesetzt, erzeugen Kohlensäure, Wasser und, wenn sie stickstoffhaltig sind, auch Ammoniak. Wenn sie in einen hinlänglich lockeren Boden eingegraben sind, ist ihre Verbrennung eine so offenbare, daß in heißen Ländern nicht selten ein im Grunde reichhaltiges Erdreich so verarmt, daß es ohne Beihülfe von Dünger keine Ernten mehr zu geben vermag. Allerdings conservirt sich nämlich feuchter Boden, bei Abwesenheit von Luft, ohne eine Veränderung zu erleiden, ohne daß sich die geringste Menge Gas entwickelt; bei Dazwischenkunft von Sauerstoff erfolgt hingegen seine Zerstörung rasch. Diese Zerstörung ist bei sehr humusreichen Böden jedesmal wahrzunehmen, wenn man den Dünger durch tiefes und wiederholtes Umackern zu ersetzen sucht. Das Erdreich wird dadurch immer ärmer und zuletzt ganz unfruchtbar. – Auf diese Weise sind die Dammerde und der Humus,