Text-Bild-Ansicht Band 127

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Bei einem Blick auf diese Tabelle drängt sich einem sogleich die Frage auf, warum diese Asche in Wasser unauflösliche Substanzen, nämlich Kieselerde, kohlensauren und phosphorsauren Kalk und Eisenoxyd, enthalten kann. Diese Substanzen wurden ja mittelst destillirten Wassers aus der Erde gezogen und waren in sehr wenig Wasser vollkommen löslich. Die Kieselerde kommt in einigen dieser Aschen immer in beträchtlicher Menge vor, ebenso der kohlensaure Kalk, welcher schon im Extract vor dessen Einäscherung in dieser Form vorhanden war.

Da man nun diese Stoffe erst nach der Zerstörung der organischen Substanz mittelst des Einäscherns in Wasser unauflöslich erhält, so muß man der organischen Substanz eine Wirkung bei der Auflöslichkeit der Mineralstoffe, welche wir in der Asche finden, zuschreiben. Wir haben daher die in den verschiedenen Bodenauszügen enthaltene organische Substanz speciell studirt.

Wenn man eine Portion eines solchen Rückstandes vom Abdampfen des Wassers erhitzt, so wird ein Theil der Mineralsalze ausgeschieden und bleibt beim nachherigen Auflösen des Rückstandes in Wasser unaufgelöst zurück; niemals ist diese Trennung aber so vollständig, daß die organische Substanz dadurch vollkommen isolirt werden könnte. Soviel konnten wir jedoch ermitteln, daß diese Substanz alle Eigenschaften eines neutralen Körpers organischen Ursprungs besitzt, ähnlich dem Zucker, dem Dextrin und dem Mannit. Sie bildet keine bestimmten Verbindungen mit den Mineralstoffen und kann sich neben dem kohlensauren Kalt im Extract befinden, ohne jenen zu zersetzen.

Die Analogie dieser, die Auflöslichkeit der Mineralstoffe des Bodens vermittelnden Substanz mit dem Zucker veranlaßte uns zu untersuchen, ob der Zucker ebenfalls die Mineralstoffe im Allgemeinen auflöslich macht. Daß Zuckerwasser eine größere Menge Kalk auflöst, als reines Wasser, ist bekannt; ebenso, daß die Gegenwart einer organischen Substanz die Fällung des Eisenoxyds aus seinen Auflösungen verhindert.

Wir zerrieben in einer Reibschale Quarz mit ein wenig Wasser, welches mit Zucker, entweder Trauben- oder Rohrzucker, gesättigt war, und fanden, als wir das Zuckerwasser nach dem Filtriren abdampften und den Rückstand glühten, daß sich eine beträchtliche Menge Kieselerde aufgelöst hatte. Ebenso löste es kohlensauren und phosphorsauren Kalk auf. Dextrin verhielt sich wie der Zucker. Hr. Verdail, welchem die Beobachtung dieser Thatsachen angehört, wird der Akademie der Wissenschaften eine Tabelle vorlegen über die Auflöslichkeit der verschiedenen