Text-Bild-Ansicht Band 127

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und Strecken der Baumwolle und an der Maschinerie zu diesem Zweck. Dd. 24. Decbr. 1852.

Dem Edward Lloyd, Ingenieur in Dee Valley bei Corwen, Merionethshire: auf Verbesserungen an Dampfmaschinen. Dd. 24. Decbr. 1852.

Dem John Wormald in Manchester: auf Verbesserungen an der Maschinerie zum Vorspinnen, Spinnen und Dupliren der Baumwolle. Dd. 24. Decbr. 1852.

(Aus dem Repertory of Patent-Inventions, December 1852 und Januar 1853.)

W. Barlow's Eisenbahnoberbau.

In neuerer Zeit haben die seit lange schon in England gemachten Versuche, bei Herstellung der Bahngeleise von vergänglichem Material ganz Umgang zu nehmen, zu günstigen Resultaten geführt, indem es gelungen ist, einen Oberbau ganz von Eisen herzustellen, der allen Anforderungen entsprechen soll, so daß unter Anderm kürzlich beschlossen worden ist, die französische Südeisenbahn von Bordeaux nach Cette mit solchem Oberbau zu versehen. Das System, welches am meisten Beifall gefunden hat, ist jenes von dem Ingenieur W. Barlow in Vorschlag gebrachte. Es besteht dasselbe in der Verwendung von sehr großen und schweren sogenannten Brückenschienen (von der Form des umgekehrten U) mit sehr breiter Basis, welche unmittelbar auf die Bettung zu liegen kommen. Diese Schienen sind 18–22 Fuß lang, an der Basis 12 Zoll breit und 5 Zoll hoch; das Gewicht per Yard beträgt 100 bis 110 Pfd. An den Stößen sind die Schienen durch ein inneres Futter von Eisenblech verbunden, welches sich genau der Form der Schiene anschließt und durch Niete mit den betreffenden Schienenenden vereinigt ist. Ein zur Querverbindung dienendes Winkelband ist an den Stößen mit den Schienen verbunden und verhindert die Erbreiterung der Spur. In angemessenen Entfernungen ist für die Ausdehnung der Schienen dadurch gesorgt, daß die Oeffnungen für die Nietbolzen oval gemacht sind. Die Schienen sind, so weit thunlich, mit der Bettung bedeckt, weßhalb die Ausdehnung auch bei großer Hitze nicht bedeutend ist.

Man glaubt, daß die Unterhaltung eines solchen Oberbaues viel weniger kostet, als bei einem Geleise mit hölzernen Querschwellen, und daß die Schienen mit ihrer Bettung eine hinlängliche Elasticität besitzen für die Bewegung der Fahrzeuge auf denselben. Die Fabrication der Schienen von so großem Kaliber findet in England keinen Anstand und es kosten dieselben nicht erheblich mehr, als die Schienen von gewöhnlicher Form. Man hat berechnet, daß eine englische Meile Oberbau nach W. Barlow's System gegen 600 Pfd. St. billiger zu stehen kommt, als ein Oberbau, wie er bisher in England gewöhnlich, mit Parallelschienen, eisernen Stühlen, Keilen, Laschen und präparirten Schwellen. Indessen lagen dieser Berechnung die billigen Eisenpreise der letzten Jahre zu Grunde. Bei den jetzigen Preisen der Schienen stellt sich die Rechnung natürlich anders, und in Deutschland, wo das Holz viel billiger, das Eisen viel theurer ist als in England, wird der Oberbau mit Holzunterlagen wohl noch lange das Feld behaupten. (Eisenbahnzeitung, 1853, Nr. 6.)

Mittel zur Verhütung des Ansetzens von Stein in den Dampfkesseln.

Das königl. preußische Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Bauten hat dem Verein zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen ein von dem Fabrikanten H. J. Hörkens in Lübbecke angegebenes Mittel zur Verhütung des Ansetzens von sogenanntem Salpeter in den Dampfkesseln zur Kenntnißnahme mitgetheilt. Es besteht in einem Zusatze von zerkleinerten Cichorienwurzeln zum Kesselwasser, und hat sich, nach der Mittheilung des Hrn. Hörkens, bei der Anwendung bewährt. Der Erfolg dieses Mittels kann nicht in Zweifel gestellt werden da