Text-Bild-Ansicht Band 200

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eines feuerfesten Thones zu bestimmen, wurde das Verhältniß zwischen den Flußmitteln und auch der Kieselsäure außer Acht gelassen, für dessen nicht unabsichtliche Uebergehung ich versuchen werde, in Folgendem die Begründung beizubringen.

Daß mit den bezeichneten beiden Thonerdeverhältnissen, – der Thonerde zu den Flußmitteln wie zur Kieselsäure – dasjenige zwischen Kieselsäure und Flußmittel, nicht gleichzeitig in Correlation zu bringen ist, geht ohne Schwierigkeit aus der Verschiedenheit der Rolle hervor, welche die Kieselsäure einerseits der Thonerde, und andererseits den Flußmitteln gegenüber bei den Thonen spielt. Ein Thonerdezusatz wirkt auf die Kieselsäure, wie sie reichlich genug in der Regel in den Thonen vorkommt, pyrometrisch erhöhend, dagegen wirkt ein Flußmittelzusatz pyrometrisch erniedrigend. Was die Thonerde verbessert, verschlechtern die Flußmittel, – die Wirksamkeit beider ist eine entgegengesetzte, und es erklärt sich daher von selbst, daß, die Thonerdeverhältnisse als maaßgebend gesetzt, nicht zugleich das Verhältniß zwischen Kieselsäure und Flußmittel damit in Beziehung zu bringen ist.

So wichtig es auch überhaupt ist, die Menge der Flußmittel wie die der Kieselsäure mit strengster analytischer Schärfe festzustellen, so hat dieß doch für deren Verhältniß zur Thonerde eine ganz andere gewichtige Bedeutung, als für dasjenige unter sich.

Vergleichen wir zu dem Behufe zwei Thone von demselben charakteristisch geognostischen Vorkommen, welche beide unverkennbar von derselben Art sind, von demselben eigenthümlichen Habitus der Schieferthone, – von denen jedoch der eine eine reinere Varietät als der andere ist. Unter diesen Thonen, welche in dem Steinkohlengebirge bei Saarbrücken vorkommen, und daselbst das Hangende eines bestimmten Kohlenflötzes bilden, findet sich die eine mehr unvermischte Qualität in der kgl. Grube bei Wellesweiler, und die andere unreinere, resp. mehr sandige und namentlich eisen- wie magnesiahaltigere, in der kgl. Grube Duttweiler bei Saarbrücken.

Erstere Varietät, vorzüglich feuerfest, ist ganz wesentlich schwer schmelzbarer als letztere. Die Analyse dieser Thone ergab: