Text-Bild-Ansicht Band 200

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Trotzdem also und obgleich das Verhältniß zwischen Kieselsäure und Flußmittel sich sehr auffällig verminderte, hat gleichzeitig die Schwerschmelzbarkeit sehr abgenommen. Dagegen bekunden die beiden ersten bezeichneten Verhältnisse ebenso entscheidend wie zutreffend die gefundene pyrometrische Inferiorität. Berechnen wir den Quotienten 2,67/2,67 = 1, so tritt der bedeutende Abstand in feuerfester Hinsicht eclatant hervor. Während ersterer Thon zu denen der ersten Classe gehört, ist letzterer zu den Thonen der von mir angenommenen letzten und niedrigsten, resp. VII. Classe zu rechnen. Das Thonerdeverhältniß ist von 10,78 auf 2,67 herabgesunken, und das Verhältniß zur Kieselsäure von 1,61 auf 2,67 gestiegen.

Nicht so auffallend zeigen uns in umgekehrter Ordnung die Analysen des Saarauer Thones I, a., ausgesuchte beste Probe und b. die wenig geringere Durchschnittsprobe, mit dem Sinken der Feuerfestigkeit ein Steigen des besprochenen Kieselsäureverhältnisses.

a. mit der Formel 19,25 (Al² O³, 1,38 SiO³) + RO
b. 16,39 ( „ 1,69 „ ) + RO

oder

bei a. kommen 27,70 Kieselsäure auf 1 Flußmittel, und
bei b. 26,57 „ „ 1 „

Dagegen führen die beiden Thonerdeverhältnisse, wie die Quotienten: 13,95 und 9,70, ganz correct, in Uebereinstimmung mit dem pyrometrischen Resultate, außer allen Zweifel wie aller Irre.

In dem einen Falle hat also mit der pyrometrischen Abnahme das Verhältniß der Kieselsäure zu den Flußmitteln abgenommen, und in dem anderen Falle für dasselbe Resultat umgekehrt zugenommen.

Ziehen wir noch zwei schon länger von mir analysirte belgische Thone64) in Betracht, welche pyrometrisch beträchtlich verschieden, analytisch (im jeweiligen Mittel aus Doppelanalysen) keine so bedeutenden Unterschiede zeigten.

Für den Thon Nr. 1 von Namur fand ich damals nach der Quarzmethode die Strengflüssigkeit = weniger als 2, das Bindevermögen = 8.

64)

Polytechn. Journal, 1863, Bd. CLXIX S. 455.