Text-Bild-Ansicht Band 200

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Feuersgrade aus, so zeigt das mit 4 Proc. eher Zeichen der Schmelzung als das mit 2 Proc., oder wieder das mit 2 Proc. eher, als das mit 1 Procent.

Vermengt man andererseits ebenso 100 Th. Quarz mit 1, 2 und 4 Proc. Magnesia, so findet in längst bekannter Weise mit dem größeren Flußzusatz auch die größere Schmelzbarkeit statt; aber gleichzeitig läßt sich auch vergleichungsweise beobachten, daß die Thonerdeproben mehr und stärker erweichen als die entsprechenden Flußmittelproben.

Vermischt man die Theile von jeder der vorstehenden 8 Proben, feuchtet sie an, durchknetet sie innigst, formt daraus kleine Cylinder und setzt dieselben einmal der Schmiedeeisen-Schmelzhitze aus und ein anderesmal der Platin-Schmelzhitze, so ist:

in Schmiedeeisen-
Schmelzhitze
in Platin-
Schmelzhitze
die einprocentige Magnesiaprobe noch ritzbar mit nicht mehr ritzbar, aber
einer Nadel und noch von mattem
stäubt dabei ab Ansehen
die zweiprocentige „ eben noch ritzbar deßgl. deßgl.
die vierprocentige „ nicht mehr ritzbar deßgl. zeigt
glänzende Punkte
dagegen die einprocentige Thonerdeprobe eben noch ritzbar bereits leise glasirt
die zweiprocentige „ nicht mehr ritzbar stärker glasirt
die vierprocentige „ verdichtet bis
zur beginnenden
Glasur
deutlich glasirt

In diesem Falle tritt dann, was fast noch mehr paradox erscheint, die Thonerde als kräftigeres Flußmittel auf, wie die Magnesia. Kommen derartige Verhältnisse eines so bedeutenden Vorwiegens der Kieselsäure bei den Thonen im Allgemeinen nicht vor (oder vielmehr bezeichnet man sie dann richtiger als thonhaltigen Sand), so lehren sie uns doch, wie gesagt, daß vor einer Auffassung, welche nur eine Beziehung abgesondert in Betracht zieht und nicht stets das Doppelverhältniß, nicht genug gewarnt werden kann.

Der Versuch weist uns auch auf die wesentlich größere Empfindlichkeit der Kieselsäure gegenüber der Thonerde als gegenüber den Flußmitteln hin, wenn es sich um kleine Mengen von beiden letzteren, namentlich der Thonerde handelt, was nach anderweitiger Darlegung in der verschiedenen Sättigungscapacität seine Begründung findet. Führt man, beiläufig bemerkt, den Versuch noch weiter fort und setzt ganz denselben Gemengen je 2 Proc. Thonerde zu, nähert sich also damit möglichen