Text-Bild-Ansicht Band 200

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natürlichen Sandvorkommnissen, so zeigen sich wiederum die Thonerdegemenge mehr erweicht als die Magnesiagemenge.65)

Als jeder der obigen acht Proben je 2 Proc. Thonerde hinzugemengt und ebenso kleine Cylinder daraus geformt und völliger Platin-Schmelzhitze ausgesetzt wurden:

war a die einprocentige Magnesiaprobe
(+ 2 Proc. Thonerde)

noch ritzbar mit
der Nadel
Dieselben Proben
nochmals demselben
höchsten Hitzegrade
ausgesetzt
b die zweiprocentige Magnesiaprobe
(+ 2 Proc. Thonerde)
c die vierprocentige Magnesiaprobe
(+ 2 Proc. Thonerde)

kaum noch ritzbar

nicht mehr ritzbar

nicht glasirt
ferner auch d eine achtprocentige Magnesiaprobe
(+ 2 Proc. Thonerde)

verdichtet und
beginnt porig zu
werden; doch im
Ganzen körniges Ansehen.

homogen verdichtet
Dagegen
a' die ein- resp. dreiprocentige Thonerdeprobe
b' die zweiprocentige Thonerdeprobe
c' die vierprocentige Thonerdeprobe
homogen verdichtet
deßgl.
deßgl.

verdichtet oder glasirt
d' die achtprocentige (resp. zehnprocentige) verdichtet zur
homogenen,
porzellanähnlichen
Masse

lebhaft glasirt.

Die an sich äußerst schwerschmelzbare Kieselsäure (Quarzpulver) wirkt, je unvollständiger sie in chemische Verbindung tritt, um so mehr erhöhend auf die Strengflüssigkeit der bezüglichen Gemenge, was dann für die Magnesia in augenscheinlich höherem Grade der Fall ist, als für die Thonerde.

Endlich ist es recht günstig und nicht wenig werthvoll, daß die beiden bezeichneten Thonerdeverhältnisse zur pyrometrischen Beurtheilung vollkommen ausreichen. Die Hinzunahme eines dritten Verhältnisses würde den Ueberblick erschweren und compliciren.

65)

Aehnliche Beobachtungen, wenn man die Gemenge wiederholt demselben sehr hohen Hitzegrade aussetzt, sprechen dafür, daß auch für bereits eingegangene chemische Verbindungen unter gleichen Bedingungen dasselbe der Fall ist; wenn auch die alsdann auftretenden Erscheinungen mehr beschränkt an Intensität wie Ausdehnung seyn dürften.