Text-Bild-Ansicht Band 200

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Selbstredend setzten die gefundenen Verhältnisse und die darauf begründeten Schlußfolgerungen voraus, daß die Analyse mit aller erreichbaren Genauigkeit ausgeführt ist.66) Schon kleine Unrichtigkeiten in der Bestimmung der Flußmittel, welche auf die Gesammtmenge nicht von compensirendem Einflusse sind, geben der Formel einen anderen Charakter, wodurch pyrometrisch schon auffällige Differenzen völlig verwischt werden können. Um einen annähernden Anhalt in dieser Beziehung zu geben, lasse ich die bereits früher angeführte Doppelanalyse des Garnkirker Thones folgen, mit der Berechnung der Formel aus jeder Einzelanalyse.67)

In dem bei 100° C. getrockneten Thone wurde gefunden:

Probe a.

Thonerde 36,20 16,870 O³
Kieselsäure
chem. geb.
Sand
39,04
4,76
43,80 23,360 O³
Magnesia
Kalk
Eisenoxyd
Alkalien
0,82
0,46
0,90
1,80
0,328
0,131
0,180
0,306
0,945 = 2,835 O³
Glühverlust 14,99
–––––
98,97

Diese Analyse gibt die Formel 5,95 (Al²O³ 1,388 SiO³) + RO

oder auf 1) 5,95 Thonerde kommt 1 Flußmittel;
2) 1 Theil Thonerde kommt auf 1,38 Kieselsäure,
und 3) 8,21 Kieselsäure kommen auf 1 Flußmittel.

Quotient = 4,31.

Probe b.

Thonerde 35,76 16,665 O³
Kieselsäure
chem. geb.
Sand
40,20
4,50
44,70 23,840 O³
Magnesia
Kalk
Eisenoxyd
Alkalien
0,87
0,38
1,10
1,40
0,348
0,109
0,220
0,238
0,915 = 2,745 O³
Glühverlust 15,00
–––––
99,21
66)

Unzweifelhaft ist in diesem Punkte viel und häufig gefehlt werden. Bei der keineswegs leichten Aufgabe der scharfen Scheidung schon zwischen Kieselsäure und Thonerde, der Bestimmung der letzteren im reinen Zustande ohne Verlust, der correcten Gewichtsermittelung der einzelnen, oft sehr unbedeutenden Flußmittelmengen ist eine längere, andauernde Uebung zur Erwerbung hinreichender Zuverlässigkeit erforderlich.

67)

Den Gang der Analyse sehe man in diesem Journal Bd. CXCVI S. 438.