Text-Bild-Ansicht Band 211

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Derartige saure Wässer greifen das Mauerwerk an, dürfen daher nicht in die öffentlichen Canäle oder Flüsse geleitet werden, bevor sie nicht durch Behandlung mit Kalkmilch entsäuert und von den für den Pflanzenwuchs schädlichen Metallen befreit sind.

Hohofenschlacken können verwerthet werden zu Schlackenkohks,57) Bauzwecken,58) Thonerdepräparaten,59) zur Eisengewinnung;60) Schlacken zum Concretbau (polytechn. Journal Bd. CCVI S. 156). Besonders zahlreich sind die Vorschläge zur Verwerthung der Weihblechabfälle.61)

2. Chemische Fabriken.

Da mit der Sodafabrication die Herstellung von Schwefelsäure und Chlorkalk verbunden ist, so sind nicht nur die Rückstände der Sodadarstellung, verdünnte arsenhaltige Salzsäure, sondern auch die sauren Manganlaugen, gerösteten Kiese, Chlorcalcium u.s.w. zu beseitigen. Nach der Untersuchung der englichen Commission sind in den 400 Millionen Kilogrm. Schwefelkies, die jährlich in England zur Darstellung von Schwefelsäure gebraucht werden, etwa 1,6 Millionen Kilogrm. Arsenik enthalten. Dieser giftige Körper geht fast völlig in die Schwefelsäure über62) und von dieser in die Salzsäure, in das Glaubersalz, selbst in die Soda, so daß von 12 Proben gewöhnlicher Soda 11 stark arsenikhaltig waren; von 9 Proben krystallisirter Soda waren 2, von 7 Seifenproben 3 arsenhaltig. Schon hierdurch werden also den englischen Flüssen jährlich etwa 1,500,000 Kilogrm. Arsenik zugeführt; dieser giftige Stoff ist denn auch selbst in den Filtern und dem Wasser der Wasserleitungsgesellschaft von Stockport nachgewiesen (vergl. Analyse 1. und 3).

Nach Angabe eines Beamten, der die Sodafabriken in gesundheitlicher Beziehung überwacht, gehen mit diesen sauren Manganflüssigkeiten, welche im Liter etwa 150 Grm. lösliche Stoffe und 150 Milligrm. Arsenik enthalten, sowie mit der verdünnten Salzsäure, welche die Fabriken den Flüssen übergeben, in England 47,5 Proc. der gesammten producirten Salzsäure verloren. Bäche, Schifffahrtscanäle werden dadurch

57)

Polytechn. Journal Bd. CLXXV S. 404.

58)

Polytechn. Journal Bd. CLXXXVIII S. 192, Bd. CCVIII S. 57 und 77, Bd. CCX S. 270.

59)

Polytechn. Journal Bd. CXCIII S. 518; Bd. CXCIV S. 251; Bd. CCVI S. 457.

60)

Polytechn. Journal Bd. CLXXXVI S. 333; Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 5. 651.

61)

Polytechn. Journal Bd. CCIII S. 74; Bd. CCV S. 440; Bd. CCVI S. 198 und 462; Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 4 891; 5. 593; 6. 1138, 1323 und 1475.

62)

Vergl. polytechn. Journal Bd. CCI S. 415; Bd. CCVII S. 141.