Text-Bild-Ansicht Band 211

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oft stark sauer (vergl. Analyse 2, 4, 5 und 6), so daß die Schleusen u.s.w. in den Canälen ganz aus Holz construirt werden müssen.

Kommen mit diesen sauren Wässern die Calciumoxysulfuret haltenden Sodarückstände zusammen, so werden bedeutende Mengen Schwefelwasserstoff entwickelt, der die in der Nähe Wohnenden im höchsten Grade belästigt; zugleich wird Schwefel abgeschieden, der sich allmählich zu Boden setzt. Eine Schlammprobe aus dem Sankey-Schifffahrtscanal enthielt dem entsprechend nicht weniger als 22,75 Proc. freien Schwefel.

Die gerösteten Kiese werden neuerdings auf Kupfer verarbeitet und dadurch beseitigt,63) aus den Chlormanganflüssigkeiten Farben64) und in der Glasindustrie verwendbare Producte (polytechn. Journal Bd. CCVIII S. 396) dargestellt, namentlich aber Mangansuperoxyd regenerirt.65) Aus den Sodarückständen stellen jetzt viele Sodafabriken Schwefel dar. Es wird namentlich das Verfahren von Mond,66) welches zugleich die verdünnte Salzsäure verwendet und das von Hoffmann 67) und Buquet, bei welchen die Manganrückstände mit verbraucht werden, empfohlen. Weldon 68) führt den Schwefel in den Abfällen mittelst Kohlensäure oder Wasserdampf in Schwefelwasserstoff über und behandelt diesen mit schwefliger Säure in Wasser; Pracke (franz. Patent 4. März 1872) zersetzt den Schwefelwasserstoff mit Eisenhydrat. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 6. 1420.) Mactear 69) behandelt die gelben Mutterlaugen mit Kalk, dann mit schwefliger Säure, zersetzt die erhaltene Flüssigkeit mit Salzsäure und sammelt den abgeschiedenen Schwefel. Rowan mischt die abfließenden Mutterlaugen mit Salzsäure, leitet den entwickelten Schwefelwasserstoff in Lösungen von Kupfererzen und reducirt aus den gefällten Sulfiden die Metalle durch Rösten.70)

Schott 71) macht darauf aufmerksam, daß die Sodarückstände nach dem Verwittern sehr gut zur Fabrication der Scott'schen Cemente verwendet

63)

Polytechn. Journal Bd. CXCIX S. 292.

64)

Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 4. 856; polytechn. Journal Bd. CCIII S. 77.

65)

Polyt. Centralblatt 1871. 50, 576 u. 965; polytechn. Journal Bd. CXXXIX S. 238; Bd. CXL. S. 104; Bd. CXCIX S. 272 und Bd. CC S. 407; deutsche Industriezeitung 1871. 388; 1872. 426; Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 3. 40, 5. 228 und 589.

66)

Polytechn. Journal Bd. CLXXXIV S. 457; Bd. CLXXXV S. 382; Bd. CXCI S. 373: Bd. CCIII S. 473.

67)

Polytechn. Journal Bd. CXCI S. 304 und 464.

68)

Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 5. 340; polytechn. Journal Bd. CCV S. 74.

69)

Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 5. 397.

70)

Vergl. ferner polytechn. Journal Bd. CLXXX S. 48; Bd. CXCII S. 60, 133, 234 und 308; Bd. CXCIII S. 42; Bd. CCV S. 229.

71)

Polytechn. Journal Bd. CCII S. 75.