Text-Bild-Ansicht Band 211

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werden können, Schaffner 72) empfiehlt die entschwefelten Rückstände zur Ausführung von Eisenbahndämmen, Stohmann zum Düngen (polytechn. Journal Bd. CXLIV S. 79) und Varrentrapp zu Bauzwecken (daselbst Bd. CLVIII S. 420).

Die Fabriken von Oxalsäure aus Sägespänen geben in der Regel keine den Fluß verunreinigenden Abwässer.

Die Abwässer der Farbenfabriken 73) sind meist stark gefärbt, enthalten viel organische Stoffe gelöst und suspendirt, die der Anilinfarben auch Arsen, doch werden diese Abfälle meist auf arsensaures Natrium für die Kattundruckerei verarbeitet (Analyse 7).

Theerdestillationen geben oft phenolhaltiges Abwasser, welches dem Pflanzenwuchs schädlich ist; die Abfälle der Paraffinöldestillationen tödten die Fische (polytechn. Journal Bd. CLXXXII S. 315).

Die Abwässer der Leuchtgasfabriken enthalten Ammoniak, Rhodanverbindungen und verschiedene Theerbestandtheile, welche nicht nur den Fluß verunreinigen, sondern auch oft auf große Entfernungen den Untergrund und die Brunnen vergiften (polytechn. Journal Bd. CCXI S. 139, zweites Januarheft 1874). Die Reinigungsmasse wird zur Gewinnung von Schwefel74) verwendet, der Gaskalk zur Desinfection,75) zu Berliner Blau,76) zu Kalk und Gyps;77) zu Straßenaufschüttungen darf derselbe nicht genommen werden (polytechn. Journal Bd. CXXV S. 159).

3. Färberei, Druckerei, Bleicherei.

Da die Farbhölzer78) und die zur Verwendung kommenden Chemikalien, nachdem sie ihre Dienste in dem Fabricationsproceß geleistet haben, fast vollständig fortgespült werden, so liefern derartige Gewerbe und Fabriken sehr viel Abwasser, welche namentlich reich an organischen Stoffen sind (Analysen 8 bis 13). Besonders bemerkenswerth ist der Gehalt an Arsen, welches theils von dem arsensauren Natrium der bei den Krapfarbstoffen angewendeten Kuhkothbäder, theils von der verwendeten Säure stammt.

Die Abwässer der Bleichereien enthalten vorwiegend Chlorcalcium,

72)

Chemisches Centralblatt für 1871. 182; polytechn. Journal Bd. CXCIX S. 243.

73)

Vergl. polytechn. Journal Bd. CLXXXVIII S. 341; Bd. CLVII S. 158; Bd. CC S. 315.

74)

Polytechn. Journal Bd. CXCVI S. 172; Bd. CCX S. 191.

75)

Polytechn. Journal Bd. CCX S. 133.

76)

Polytechn. Journal Bd. CXXXV S. 393.

77)

Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 5. 488.

78)

Polytechn. Journal Bd. CLVIII S. 160; Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 5. 542 und 742.