Text-Bild-Ansicht Band 211

Bild:
<< vorherige Seite

die für die Landwirthschaft werthvollen Abwässer besser verwendet werden können (vergl. polytechn. Journal Bd. CL S. 320; Bd. CCIII S. 163).

Chevallier 80) schlägt vor, das Blut der Schlachtereien mit Erde zu mischen oder einzutrocknen.

Sucquet bringt es durch einen Zusatz von Ferrisulfat zum Gerinnen und trocknet an der Sonne, Bobierre 81) mit den sauren Manganrückständen der Chlorbereitung. Fry 82) versetzt 1 Kubikmeter frisches Blut mit 40 Kilogrm. Schwefelsäure und trocknet das Gerinsel. Vortheilhafter als die Anwendung des Blutes zu Dünger83) ist unter Umständen die Verarbeitung desselben auf Albumin.84)

Knochen, Horn u.s.w. werden nach dem Patente von Rice und Drigs zur Abscheidung der Gelatine mit dreibasischer Phosphorsäure behandelt. Aus der von der Gelatine decantirten Lösung wird die Phosphorsäure auf gewöhnliche Weise gewonnen. Knab behandelt thierische Abfälle bei 80–100° mit Salzsäure, sammelt das sich abscheidende Fett und verarbeitet die salzsaure Lösung zu Dünger (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 4. 937; 5. 302).

Bei der zunehmenden Verbreitung des Ammoniakprocesses 85) dürfte die Verarbeitung dieser stickstoffhaltigen Abfälle auf Ammoniumverbindungen besonders vortheilhaft werden.86)

Die Abwässer der Seifensiedereien enthalten vorwiegend Kochsalz, Glycerin, etwas Fett und Seife, würden also wenig bedenklich seyn, wenn sie nicht oft 3 Milligrm. Arsenik im Liter enthielten.

6. Papierfabriken.

Die Abwässer derselben enthalten an bedenklichen Stoffen außer dem Schmutz von den Lumpen, die Waschwässer des Espartograses (Analyse 26), die wegen ihres starken Stickstoffgehaltes sehr bald in Fäulniß übergehen. Die damit verunreinigten Flüsse bedecken sich, namentlich unterhalb eines Wehres, oft mehrere Kilometer weit mit einem festen, sehr consistenten Schaum. Die concentrirten Espartowässer werden passend eingedampft und zur Wiedergewinnung der Soda calcinirt (vergl. Berichte

80)

Polytechn. Journal Bd. LXV S. 146.

81)

Polytechn. Journal Bd. CIII. S. 62; Bd. CVI S. 159.

82)

Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft 4. 622.

83)

Polytechn. Journal Bd. CXIX S. 390; Bd. CCX S. 79.

84)

Polytechn. Journal Bd. CXXXIII S. 315; Bd. CXI. S. 298; Bd. CLXXIX S. 166; Bd. CLXXXI S. 476; Bd. CXCIII S. 245; Bd. CCVI S. 56.

85)

Polytechn. Journal Bd. CCIX. 282.

86)

Polytechn. Journal Bd. CLXXXIV S. 503; Bd. CCVI S. 469; Bd. CCVIII 350 und 386; Bd. CCIX S. 156.