Text-Bild-Ansicht Band 213

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Die berechnete chemische Zusammensetzung gibt:

6,54 (AlO₃, 3,72 SiO₃) + RO 11,38 (AlO₃, 1,44 SiO₃) + RO
und Feuerfestigkeitsquotient
= 1,76 = 7,90.

Zusammenfassung.

Der in Rede stehende weiße, abfärbende und bereits dem äußern Habitus nach sich als Rohkaolin erweisende Thon, ist gemäß seiner chemischen Zusammensetzung den eigentlichen Kaolinen primärer Lagerstätte und pyrometrisch den bestbekannten darunter gleichzusetzen. Derselbe ist charakterisirt durch den hervorragenden Thonerdegehalt des Schlämmproductes, welcher mit dem früher untersuchten33), aus demselben Kreise, von einem anderen etwa 1 1/2 Meilen entfernten Punkte stammenden Kaolin fast völlig übereinstimmt.

Er enthält im Ganzen wenig Flußmittel und zeichnet sich durch einen verhältnißmäßig unbedeutenden Eisengehalt aus.

Unter bekannten Kaolinen übertrifft er den von Pilsen und sehr bedeutend den von Halle und den aus Algier, welches Resultat die berechneten bezüglichen Feuerfestigkeitsquotienten ganz evident nachweisen.

Vergleicht man die gefundenen Feuerfestigkeitsquotienten für den Rohkaolin im Gegensatz zu dem geschlämmten, so macht sich zu Ungunsten des ersteren ein weit bedeutenderer Abstand geltend als die pyrometrischen Bestimmungen ergeben. Diese Differenz erklärt sich einfach, wie ich bereits früher34) eingehender dargethan habe, aus dem sehr beträchtlichen körnigen Sandgehalt (49 Proc.) des Rohmateriales. Damit diese Sandmenge zur vollen Wirkung gelange, wäre es erforderlich denselben vorher auf das allerfeinste zu zerreiben, und käme alsdann eine länger andauernde völlige Prüfungshitze hinzu, so würde das pyrometrische und analytische Resultat übereinstimmen d.h. die Beobachtung im Feuer fiele stritte zusammen mit dem berechneten Feuerfestigkeitsquotienten.

Umgekehrt zeigt die Analyse recht evident die außerordentliche pyrometrische Verbesserung durch das Schlämmen in der damit erzielten sehr großen Vermehrung der Thonerdemenge, während die Menge der Flußmittel fast völlig constant geblieben ist.

33)

Dingler's polytechn. Journal, 1871 Bd. CXCIX S. 307.

34)

Dingler's polytechn. Journal, 1871 Bd. CC S. 116.