Text-Bild-Ansicht Band 214

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unterscheiden hierbei: 1) In der Mutterlauge und in den Waschwässern lösliche Producte und 2) unlösliche Producte.

1) Die ersteren bestehen aus einer Reihe solcher Fettsäuren, wie sie bei der Oxydation der Fette mittels Salpetersäure entstehen. Die Caprinsäure herrscht vor; an sie schließen sich Butter-, Capryl-, Caprinsäure etc. Diese Säuren finden sich hauptsächlich im Waschwasser, begleitet von Kork-, Valerian- und Oenanthylsäure.

Wenn man die saure Mutterlauge getrennt von den Waschwässern bei ganz geringer Hitze eindampft, krystallisirt eine erhebliche Menge Korksäure heraus, sowie eine geringe Quantität einer eigenthümlichen, in Wasser und Alkohol löslichen, zerfließlichen Säure. Dieselbe krystallisirt strahlenförmig und sieht unter dem Mikroskop aus wie Federfahnen. Ihr Baritsalz ist in Wasser unlöslich. Die unkrystallisirbare Partie der Mutterlauge besteht aus den Nitroproducten der flüchtigen Fettsäuren, worunter Nitrocapryl- und Nitrocaprinsäure vorzuherrschen scheinen. Man kann sie durch ihr Baritsalz, das klebrig und in Wasser unlöslich ist, von der Nitropropion- und Nitrovaleriansäure trennen, deren Baritsalze löslich aber unkrystallisirbar sind.

Diese Säuren treten auf in der Form dicker Oeltropfen, mehr oder weniger gelblich roth oder grünlich gelb gefärbt sind in Wasser unslöslich. In der Wärme zersetzen sie sich unter Entwickelung salpetriger Dämpfe. Auch Bernstein-, Adipin- und Pimelinsäure scheinen in geringer Menge in der Mutterlauge enthalten zu sein.

2) Das in Wasser unlösliche Product erregte besonders meine Aufmerksamkeit. Es wurde zur Entfernung der Säuren wiederholt mit Wasser gewaschen und erwies sich als eine neue Fettsäure, der ich den Namen Paraffinsäure beilege. Durch die flüchtigen Fettsäuren und ihre Nitroderivate wird sie in Emulsion, wenn nicht in Lösung gehalten. Um dieses Rohproduct rein zu erhalten, unterwirft man dasselbe der Destillation. Zwischen 90 und 100° beginnt es zu sieden; es färbt sich immer mehr, je höher man in der Temperatur geht, und bei 150° zersetzen sich die Nitrosäuren unter Lichtentwickelung und Ausstoßung salpetriger Dämpfe. Die Masse scheidet Kohle aus. Nun löst man den Rückstand in verdünnter Kali- oder Natronlauge, fällt mit verdünnter Schwefelsäure und krystallisirt zwei- bis dreimal aus Alkohol um. So erhält man die Paraffinsäure in vorzüglicher Reinheit.

Eigenschaften der Paraffinsäure.

Die reine Säure ist fest, weiß mit einem Stich ins Gelbliche, leichter als Wasser und stark nach Wachs riechend. Beim Schmelzen färbt sie sich, und wird überhaupt durch Wärme leicht zersetzt. Bei geringer Temperatur angezündet, brennt sie mit rußiger Flamme.