Text-Bild-Ansicht Band 214

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Sie ist unlöslich in Wasser, ziemlich löslich in verdünntem, sehr löslich in concentrirtem Alkohol, sowie in Aether, Chloroform, Benzin und Petroleum.

Aus ihrer alkoholischen Lösung krystallisirt sie bei langsamer Verdunstung in Form glänzender perlmutterartigen Blättchen.

Ihre alkoholische Lösung röthet Lackmus entschieden.

Sie schmilzt zwischen 45 und 47°. Mit Kalikalk bis zur Rothglut erhitzt, zersetzt sie sich in eine Reihe von Kohlenwasserstoffen von den Formeln CnH₂n und CnH₂n + 2 welche von 50 bis 300° und darüber sieden. Paraffin wird hierbei regenerirt.

Verdünnte Schwefelsäure verkohlt sie in der Wärme, concentrirte schon in der Kälte.

Salpetersäure verwandelt sie in der Wärme in Korksäure und Nitroproducte.

Sie ist einbasisch. Ihre Formel, berechnet aus der Elementaranalyse sowie aus ihren Barit-, Blei- und Silbersalzen, ist: C₄₈H₄₇O₃,HO (HO.C₂₄H₄₇O).

Ihre Alkalisalze sind zerfließlich und nicht krystallisirbar, in Alkohol und Aether löslich. Man stellt sie direct dar durch Sättigung der Säure mit Alkali. Ein Ueberschuß von Wasser zersetzt sie unter Bildung von basischem Salz, das sich ausscheidet.

Die Barit-, Strontian-, Kalk- und Magnesiasalze sind leicht lösliche, käsige Niederschläge von gelblich weißer Farbe. Man erhält sie durch doppelte Zersetzung.

Die Fällungen der Metallsalze haben folgende Farben:

Von Eisenoxydul bräunlich grün
„ Eisenoxyd röthlich braun
„ Kupferoxyd dunkelgrün
„ Quecksilber weiß
„ Blei weiß
„ Silber weiß

Die Zusammensetzung der Paraffinsäure erlaubt in sicherer (? der Ref.) Weise den Schluß, daß dem Paraffin die Formel C₄₈H₅₀ (C₂₄H₅₀) zukömmt, und daß es nicht ein Gemenge verschiedener Kohlenwasserstoffe ist, sondern ein wohl bestimmtes Individuum. (Comptes rendus, t. LXXIX p. 320; August 1874.)

V. G.

XXXII. Neue Darstellungsmethode und einige bemerkenswerthe Eigenschaften der Salicylsäure; von Prof. Dr. H. Kolbe in Leipzig.*

Im J. 1860 habe ich in Gemeinschaft mit Lautemann im Verlauf einer ausführlichen Untersuchung über die Salicysäure als Derivat derselben die Salylsäure entdeckt und als eine mit der Benzoesäure isomere Säure beschrieben.

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Journal für praktische Chemie, 1874 Bd. 10 S. 89. Die hervorragendsten Eigenschaften der Salicylsäure wurden bereits im 2. Juliheft 1874, S. 165 mitgetheilt.