Text-Bild-Ansicht Band 214

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Weise statt, daß einerseits Phenol, andererseits Dinatrium-Phenol resultirt, welches letztere dann mit Kohlensäure sofort zu natriumsalicylsaurem Natron sich verbindet.

Textabbildung Bd. 214, S. 136

Bei dem Einleiten von Kohlensäure in das erhitzte Natrium-Phenol tritt stets eine Temperatur-Erhöhung ein.

Das gebildete natriumsalicylsaure Natron ist im auffallenden Gegensatz zu dem viel leichter zersetzbaren neutralen salicylsauren Salz so beständig, daß es eine Temperatur von 300° verträgt, ohne sich zu zerlegen. Dasselbe ist in Wasser mit dunkelbrauner Farbe sehr leicht löslich. Auf Zusatz von Salzsäure zu dieser Lösung gesteht das Ganze zu einem dicken Brei von ausgeschiedener Salicylsäure. Derselben sind bei richtig geleiteter Operation nur Spuren von Phenol beigemischt. Das dicke Magma wird auf einen leinenen Spitzbeutel gebracht und zuletzt durch Pressen daraus die Mutterlauge möglichst entfernt. Durch Umkrystallisiren oder durch andere Reinigungsmethoden erhält man die Salicylsäure fast rein, doch behält sie immer einen Stich ins Gelbliche. Wenn es sich darum handelt, dieselbe schneeweiß und absolut rein zu bekommen, so ist der beste Weg der, daß man sie nach den bekannten Methoden mit Methylalkohol oder Aethylalkohol ätherificirt, die reinen Aether durch Kochen mit Natronlauge zerlegt, und das Natronsalz mit Salzsäure fällt. Es ist kaum nöthig, die gefällte schneeweiße Salicylsäure, wenn sie mit Wasser gut ausgewaschen ist, nochmals umzukrystallisiren, um sie vollends zu reinigen.

XXXIII. Ueber Salpetersäureverluste bei der Fabrikation englischer Schwefelsäure; von W. Hasenbach.

Nach den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft, 1874 S. 678.

Die Verlustquellen der Salpetersäure beim Kammerproceß sind wahrscheinlich dreierlei Art. Ein Theil derselben wird von der Kammersäure