Text-Bild-Ansicht Band 214

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Gebrüder Veron und endlich Grünsberg in Gestalt von mit Mehlzusatz hergestelltem Klebergries, Klebergraupen und Klebermehl einzuführen sich Mühe gaben, hat er noch nicht viel Anklang gefunden, wiewohl er seines relativ hohen Stickstoffgehaltes wegen entschieden einen bedeutenden Nährwerth repräsentirt.

Das Publicum hat sich eben noch nicht gewöhnt, dem theoretischen Werthe seiner Nahrungsmittel eine besondere Beachtung zu schenken und findet in der ungewohnten Form oder der Fremdartigkeit der Eigenschaften nur allzu leicht Anstoß, sich an ein Nahrungsmittel zu gewöhnen, selbst wenn der Nahrungseffect desselben noch so sehr zu dessen Gunsten spricht. So wird sich denn wohl die Verwendung des Klebers als Nahrungsmittel auch noch ferner auf die Mitbenützung desselben für die Fabrikation von Macaroni und Suppenspeisen beschränken, in welcher er bekanntlich seit Langem ein ganz brauchbares Surrogat für die kostspielige Eisubstanz abgibt und sich in dieser Verkleidung selbst in die Küchen unserer Gourmands eingeschlichen hat. Wenn sich also für die Verallgemeinerung des Klebers als Nahrungsmittel schwer Propaganda machen läßt, so könnte dieser dem Leim theilweise verwandte Körper wenigstens in der Industrie immerhin noch manche Verwendung finden, und wäre namentlich die Frage seiner Verwendbarkeit für die Zwecke der Papierindustrie (Animalisiren) immerhin einer Erwägung werth.

B. Albuminfabrikation und Verwerthung der Nebenproducte derselben.

Die umfassenden Fortschritte und Neuerungen, welche sich auf dem Gebiete der Zeugdruckerei in den letzten zwanzig Jahren ergeben haben, gaben den Impuls zur Entwickelung jener Industrie, welche sich die Aufgabe setzt, den für die Zwecke der bestimmten Gewerbe erforderlichen Bedarf an Eiweißstoffen in einer Form darzustellen, welche die Einführung und den Versandt dieser so wichtig gewordenen Hilfsstoffe als eigentlichen Handelsartikel möglich macht, und so nicht nur die Unabhängigkeit des Consumenten von dem Maße der Ergiebigkeit localer Quellen für die Deckung des jeweiligen Bedarfes herbeigeführt, sondern auch all die Unannehmlichkeiten beseitigt hat, denen der Consument größerer Massen von solchen thierischen Eiweißkörpern, bei der leichten Zersetzbarkeit derselben im frischen Zustande, stets ausgesetzt war. Die Albuminfabrikation ist demnach ein verhältnißmäßig sehr junger Industriezweig, der, wenn wir nicht irren, ursprünglich in Frankreich aufgenommen, alsbald weitere Verbreitung gefunden hat und heute in fast allen civilisirten Ländern in ziemlichem Umfange betrieben wird.