Text-Bild-Ansicht Band 214

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bestehen wohl nur in Hinsicht auf das Material dieser Tassen, deren Herstellung aus Porzellan (obwohl dies das beste Material wäre) selbstverständlich für den Großbetrieb viel zu kostspielig wäre, gewisse Verschiedenheiten, die nicht selten auch in der Qualität des erzielten Albumins zum Ausdrucke kommen.

Es fehlt auch heute noch an jedweder brauchbaren Methode, um aus einem stärker gefärbten Serum ein blasses Albumin zu gewinnen, ebenso wie bisher ein dem Eieralbumin im Ansehen völlig gleichkommendes Blutalbumin in größerem Maßstabe noch nicht dargestellt zu werden vermochte.

Auch die von Köchlin bereits vor Jahren besprochene Methode des Bleichens von Albumin durch Peitschen mit Terpentinöl (etwa 1/4 Procent), obwohl diese für schwach gefärbte Serumsorten immerhin mit gutem Resultate verwendet werden kann, ist bei stärker farbigem Rohmateriale ziemlich erfolglos – abgesehen davon, daß sie nicht ohne Nachtheil für die Qualität des erzeugten Productes ist. Daß dieser Vorwurf selbstverständlich in noch höherem Maße von der Anwendung von Säuren (Schwefel-Essigsäure) und anderen zum Zwecke des Bleichens (Herstellung von Patentalbumin) vorgeschlagenen und nicht selten auch verwendeten Mitteln gilt, ist klar; denn es wird trotz der Neutralisation mit Ammon, die natürlich bei Verwendung von Säuren nicht unterlassen werden darf, die Gegenwart eines fremdartigen Salzes im Albumin nicht für alle Fälle der Verwendung desselben gleichgiltig sein.

Die Praxis hat sich daher der Verwendung von reinem Eieralbumin, namentlich für die Zwecke des Kattundruckes, sowie auch für die Herstellung photographischer Papiere und Platten, nicht entschlagen können, und wird dieser Artikel in immer noch ganz kolossalen Massen fabricirt, wiewohl sein Preis selbstverständlich ein nicht nur bedeutend höherer als jener des Blutalbumins ist, sondern auch einem stetigen, nicht selten bedeutenden Schwanken unterworfen ist. So kostete der Centner Eieralbumin im J. 1860 und 1861 500 fl. ö. W., der Centner Blutalbumin im selben Jahre 250 fl.; kurz nach Beginn des amerikanischen Krieges fielen in Folge der für die Kattunindustrie hereingebrochenen Krise die Preise auf 200 fl. für Eieralbumin und circa 90 fl. für Blutalbumin, um im J. 1868 und 1869 wieder die enorme Höhe von 900 fl. für Eieralbumin und 450 fl. für Blutalbumin zu erreichen. Als Mittelpreise lassen sich für Eieralbumin 400 fl. und für Prima-Blutalbumin 200 fl. ö. W. per Centner ansetzen.

Der Verbrauch an Blutalbumin, das bei gleicher Tauglichkeit zum Zwecke der Farbenfixirung nur in Hinsicht auf seine Färbung mit zarteren