Text-Bild-Ansicht Band 214

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frischen Eigelb völlig gleichkommt. Da dieses trockene Eigelb ohne Zusatz irgend eines fremdartigen Körpers hergestellt ist, und auch im Verhalten kaum eine Verschiedenheit von frischem Eigelb zeigt, vor dem es jedoch den großen Vortheil der vollkommensten Haltbarkeit voraus hat, so obwaltet kein Anstand, dieses Präparat als Nahrungsmittel zu verwenden. In der That findet dieses Erzeugniß allenthalben einen nicht geringen Anklang und wird namentlich von deutschen und englischen Cakesbäckereien in bedeutenden Massen consumirt. In dieser Form kann Eigelb mit Vortheil als Nahrungsmittel verwendet und also in einer seinem Werthe entsprechenderen Weise an Mann gebracht werden. Ueberdies hat Hofmeier auch eine besondere, von den bisher bekannten Methoden angeblich verschiedene Art der Conservirung des Eigelbs in Anwendung gebracht, die sich insbesondere durch die Ausgiebigkeit und Nachhaltigkeit des angewendeten Conservirungsmittels auszeichnet und ein weithin versendbares, für die Zwecke der Handschuhgerberei gut verwendbares Product liefert.

In Betreff der Verwerthung der bei der Fabrikation von Blutalbumin abfallenden Blutkuchen, die früher nach einer keineswegs völlig rationellen Gepflogenheit einfach auf Composthaufen verführt, und da einer die Gegend weit und breit verpestenden, allmäligen Zersetzung anheimfallen gelassen wurden, hat sich jetzt fast durchwegs die jedenfalls rationellere Praxis eingebürgert, welche die vom Serum befreiten Blutkuchen möglichst rasch trocknet und so ein haltbares Product liefert, das unter dem Namen „getrockneter Blutkuchen“ theils für Dungzwecke, theils für die Zwecke der Blutlaugensalz-Fabrikation in den Handel gebracht wird. Bei dem relativ ziemlich hohen Stickstoffgehalte dieses Materiales (derselbe beträgt 12 bis 14 Procent) hat dasselbe für beide Verwendungsweisen einen nicht unerheblichen Werth und wird ohne Schwierigkeit um den die Trocknungskosten sattsam deckenden Preis von 5 bis 8 fl. pro Centner abgesetzt. Eine besondere Verwendungsweise dieses Nebenproductes hat Campe in Brünn in Anwendung gebracht, und besteht dieselbe darin, daß er die trockenen Blutkuchen vermahlen mit festen menschlichen Excrementen und Knoppernmehl vermengt auf ein „Blutpoudrette“ genanntes Düngermaterial verarbeitet. Ein ähnliches Verfahren scheint auch von der „Oesterreichischen Actiengesellschaft zur Erzeugung künstlichen Phosphatdüngers“ für die Herstellung ihres Blutdüngers in Anwendung gebracht zu werden.

Die Vertretung, welche die Albuminindustrie auf der Ausstellung aufzuweisen hatte, war eine durchaus befriedigende. In erster Linie stand unstreitig die Firma Jul. Hofmeier in Prag, deren Erzeugnisse