Text-Bild-Ansicht Band 214

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hervorgerufen wird, welchen letzteren man nach einigem Stehen abfiltrirt. Die durchgegangene Flüssigkeit wird vom überschüssig zugesetzten Blei durch die nöthige Menge von verdünnter Schwefelsäure befreit und wieder filtrirt. Bei beiden Filtrationen unterlasse man ein längeres Auswaschen mit destillirtem Wasser, weil durch dieses einzelne gefällte Stoffe in Lösung gebracht oder die Flüssigkeiten zu stark verdünnt werden. Ist die vom Bleisulfat abfiltrirte Flüssigkeit, ohne concentrirt zu sein, bitter oder scharf schmeckend, so ist das Bier verdächtig. Man dampft nun im Wasserbade, nachdem man durch Ammoniak den größten Theil der freien Säure neutralisirt hat, möglichst schnell bis auf etwa 180 bis 200 K. C. (nicht zur Trockne) ein und führt die Ausschüttelungen der erkaltenden Flüssigkeit mit Petroleumäther, Benzin und Chloroform wie bei der ersten Methode aus.

Die Eigenschaften der Bitterstoffe wurden theilweise schon früher (Bd. CCXI Seite 64 u. sf.) besprochen. Beigegebene Tabelle gibt eine Uebersicht der Reactionen von den nach beiden Methoden isolirten Bitterstoffen.

Bei Verarbeitung von 600 K. C. Bier können so noch nachgewiesen werden etwa 1 Grm. Quassia, Ledum palustre, Wermuth, Bitterklee (Menyanthes trifoliata), Herbstzeitlosensamen, 0,5 Grm. Coloquinten oder Kokkelskörner (Cocculi indici), 0,1 Grm. spanischer Pfeffer (Capsicum annuum), 0,05 Grm. Aloe, 0,0005 Grm. Atropin (oder 0,06 Grm. Belladonnablätter), ebensoviel Hyoscyamin (oder 0,25 Grm. Bilsenkraut), 0,0003 Grm. Strychnin und 0,0005 Grm. Brucin (etwa 0,03 Grm. Brechnüsse), aber erst 2 Grm. Tausendgüldenkraut (Erythraea), 3 Grm. Cardobenedictenkraut (Cnicus benedictus), Weidenrinde (oder 0,05 Grm. Salicin) und Daphne mezereum; dagegen konnten selbst 6 Grm. Gentiana nicht mehr deutlich nachgewiesen werden.*

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Ueber die angebliche Schädlichkeit des Wasserzusatzes zum Biere berichtet das Journal officiel français, daß das Wasser auf das Narkoticum, welches im Malzzucker vorhanden sei, einwirke; die gute Qualität eines Bieres werde durch das Wasser in eine schläfrig machende, bittere und der Gesundheit schädliche Flüssigkeit verwandelt. Es setze den giftigen Stoff, welcher in dem Hopfen enthalten und der, mit dem Malzzucker vermischt, vollständig unschädlich sei, in Freiheit. Auf diese Weise werde durch die Gewinnsucht ein angenehmes und gesundes Getränk in eine der Gesundheit schädliche Flüssigkeit verwandelt! – Derartige Angaben entziehen sich eben jeder ernsten Kritik. F.