Text-Bild-Ansicht Band 214

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wenn das Oel 0,05 bis 0,02 Volumprocente Terpentinöl oder Rosmarinöl enthielt. Die letztere Menge ist so ziemlich als Grenze der Reaction anzusehen. Es wird in diesem Falle die Reaction auch nur bei den ersten Destillationsproducten von Erfolg sein.

Welches von den flüchtigen Oelen vorliegt, muß durch den Geruch entschieden werden, welcher besonders deutlich hervortritt, wenn man die ersten Destillationsproducte reichlich mit Wasser versetzt.

Daß auch die Gegenwart anderer flüchtiger Oele in Olivenöl auf demselben Wege nachgewiesen werden kann, ist selbstverständlich.

LXXXI. Ueber die Verschlechterung der Farbe des Zinnobers, verursacht durch Berührung mit Kupfer und Messing; von Dr. Karl Heumann, Privatdocent in Darmstadt.

Vor einer Reihe von Jahren hat Karmarsch Untersuchungen veröffentlicht*, welche den Zweck hatten, die mehrfach in der Technik beobachtete Thatsache aufzuklären, daß beim Drucken mit Zinnober unter Verwendung von Kupferplatten meist braune oder schwärzliche Abdrücke erhalten werden. Auch in der Spielkartenfabrikation hat man die Erfahrung gemacht, daß Schablonen von Messingblech zum Malen der Steine oder Augen die Schönheit der Farben sehr beeinträchtigen; das Roth wird nämlich durch den Einfluß des Messings zuerst bräunlich, dann aber – und zwar sehr bald – dunkelbraun und gänzlich unbrauchbar.

Karmarsch erkannte sofort, daß diese Farbenveränderung auf der Bildung von Schwefelkupfer beruhen müsse, vermuthete aber, der zur Entstehung desselben nöthige Schwefel stamme von Verunreinigungen des Zinnobers her, da eine Zersetzung des letzteren unter den hier vorhandenen Umständen (bei gewöhnlicher Temperatur) überhaupt höchst unwahrscheinlich ist, und die chemischen Handbücher in der That keine entsprechend auszulegenden Andeutungen enthalten.“

Nachdem ich nun vor Kurzem nachgewiesen habe,** daß diese damals

*

Dingler's polytechn. Journal, 1855 Bd. CXXXVI S. 153.

**

Liebig's Annalen der Chemie, Bd. CLXXIII S. 21 und Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1874 S. 752.