Text-Bild-Ansicht Band 214

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Wir beschränken uns einstweilen auf diese Notiz. Interessenten werden wohl nähere Auskunft von der oben bezeichneten Firma erhalten. Zunächst dürfte es sich um nähere Aufklärungen über die Art der Farbebäder handeln, um in dieser Richtung etwaige Bedenken zu zerstreuen. Denn wenn man voraussetzt, daß es sich um eine einigermaßen echte Färberei handelt, so braucht man, um Garn nach der gewöhnlichen Weise in Strähnen zu färben, meist zwei Bäder oder auch mehr – das eine Bad zum Ansieden, das andere zum Ausfärben. Hier aber sind beide im Farbtrog B vereinigt; sein Inhalt wird also von den üblichen Farbflotten sich wesentlich unterscheiden, d.h. er wird sich in seiner Zusammensetzung den unverdickten Dampffarben der Baumwolldruckereien nähern müssen. Das Bad muß außerdem sehr concentrirt gehalten werden, da der Weg durch den Trog, und dies gilt auch vom Aufenthalt der Waare im Dampfkasten C, ein verhältnißmäßig kurzer ist.

Dieselben Ideen sind offenbar in einer dem Patente beigefügten Beschreibung der Methode des Schwarzfärbens, wenn nicht direct ausgesprochen, so doch mittelbar enthalten. Nach derselben werden, um die Kette schwarz zu färben, etwa 100 Th. Blauholz guter Qualität in 600 Th. Wasser abgekocht, hierauf 12 Th. Eisenvitriol und 2 Th. Schwefelsäure zugegeben, und mit dieser Mischung die Kufe B so weit angefüllt, daß die Leitwalzen vollkommen in die Farbflotte eintauchen. Auf dem Boden der Kufe B befindet sich eine Rohrleitung, um das Bad mittels Dampfheizung in der Siedhitze zu erhalten. Hat hier der Baumwollfaden die nöthigen Bestandtheile zur Erzeugung von Blauholzschwarz in sich aufgenommen, so gelangt er zur Fixirung der Farbe in den Dampfkasten C. Die Befestigung derselben wird aber nicht wie gewöhnlich durch bloßes Dämpfen erreicht, sondern es ist durch ein Heberohr dafür gesorgt, daß wässeriges Ammoniak in den Dampfkasten eingeführt werden kann, wobei durch ein Ueberfallrohr ein constantes Niveau der Ammoniakflüssigkeit in C erhalten wird. Auf diese Weise bildet sich im Kasten C eine Ammoniakatmosphäre, welche den einströmenden Wasserdampf