Text-Bild-Ansicht Band 215

Bild:
<< vorherige Seite

das gewöhnliche Verfahren ist jedoch das mit Eisenvitriol und Kalk, indem man folgende Indigoküpe ansetzt:

6
18
Kilogrm. gestoßener Indigo, auf der Mühle mit
Liter Wasser fein zerrieben, werden mit
25
100
Kilogrm. gebranntem Kalk und
Liter heißem Wasser vermischt, dann zugefügt
18
70
Kilogrm. Eisenvitriol, gelöst in
Liter heißem Wasser.
Das Ganze gut verrührt und zuletzt noch
200 Liter kaltes Wasser zugegeben.
Nach öfterem Umrühren läßt man ruhig absitzen, um nur die klare gelbe
Lösung zu verwenden. Von dieser werden
90 Liter versetzt mit
4 1/2 Kilogrm. Zinnlösung (1 Th. Zinnsalz, 1 Th. Salzsäure von 1,18 spec. Gew.).

Den hierbei sich ausscheidenden Niederschlag läßt man auf dem Filtrirbeutel abtropfen, preßt ihn aus, ohne zuvor zu waschen, und verdickt ihn in diesem Zustand mit einer Lösung von gebrannter Stärke oder Dextrin oder mit Gummiwasser, z.B. auf 1 Kilogrm. Zinnindigoniederschlag 1 Liter gebrannte Stärke. Für Dunkelblau gibt man auf 5 Liter dieses so verdickten Niederschlages 2 Liter salpetersaures Eisenoxydul zu (erhalten durch doppelte Zersetzung von 10 Kilogrm. Eisenvitriol und 10 Kilogrm. salpetersaurem Blei in 20 Liter kochendem Wasser). Hellblau dagegen erhält einen Zusatz der angegebenen Zinnlösung, z.B. auf 1 Kilogrm. Niederschlag 2 Liter Gummiwasser und 100 Grm. Zinnlösung.

Der reducirte Indigo haftet auch hier wieder nach dem Druck nur mechanisch an der Baumwolle; um ihn auf die Verbindung mit der vegetabilischen Faser vorzubereiten, und um das Zinnsalz oder das Eisensalz zu neutralisiren, gehen die bedruckten Stücke rasch durch eine Rollenkufe mit Kalkmilch (ca. 8° B. stark) und von hier direct in den Fluß, wo das Indigoweiß während eines halbstündigen Aufenthaltes sich zu Indigoblau oxydirt. Sodann wird eine halbe Stunde bei 60° geseift, gewaschen, durch verdünnte Schwefelsäure genommen (auf 1000 Liter Wasser 1/4 Kilogrm. englische Schwefelsäure) und, wenn die Druckfarbe salpetersaures Eisenoxydul enthielt, in derselben sauren Flotte unter Zusatz von gelbem blausaurem Kali 3/4 Stunde kalt gefärbt, wieder gewaschen und schließlich ein äußerst schwaches Chlorbad gegeben.

Da Jeanmaire in seiner Abhandlung (Bulletin de Mulhouse, September 1874 S. 436 u. sf.) sich auf dieses gewöhnliche Solidblau bezieht, ohne die Zusammensetzung seiner Farbe nach Maß und Gewicht anzugeben, so war des Verständnisses halber eine eingehendere Besprechung dieser Farbe geboten. Die Solidblaufabrikation leidet namentlich an