Text-Bild-Ansicht Band 215

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dann mit Natronlauge übersättigen, bis die Farbe ein reines Gelb zeige. Oder um die besondere Darstellung des reducirten Indigos zu umgehen, soll man den natürlichen, in Wasser zerriebenen Indigo mit Hilfe von Natronlauge und weinsaurem Eisenoxydul oder Zinnoxydul auflösen und mit hellblondem Dextrin verdickt auf die Baumwolle drucken Jeanmaire zieht die Dextrinverdickung einer anderen vor, weil sie am wenigsten Neigung hat, mit Alkalien und mit Metallsalzen zu coaguliren. Er hält die Farbe so dünn als möglich, ohne ein Austreten zu befürchten, erwärmt sie, wie auch Schützenberger, beim Drucken auf 30 bis 40° und setzt, um das Schäumen zu vermindern, 1 bis 2 Proc. Petroleum zu. Gros-Renaud sucht dieser Schwierigkeit dadurch zu entgehen, daß er das Blau ohne Auftragwalze druckt, so daß die Kupferwalze direct aus dem Farbschiff sich mit Farbe versieht. Im Hitzkasten darf nicht zu scharf getrocknet werden, weil leicht das Alkali und die reducirende Substanz einen Theil des Indigoweißes in der Hitze zersetzen, wodurch die Farbe einen grauen Ton erhält. Aus demselben Grund eignet sich das Blau auch nicht zum Dämpfen, wobei überdies ein Fluß entsteht, der sich in Form von gelben Rändern um die blauen Contouren bemerklich macht.

Vor dem Bedrucken nimmt Jeanmaire die Waare auf der Klotzmaschine durch verdünntes Glycerin (16 Th. Wasser, 1 bis 2 Th. Glycerin), oder durch ebenso verdünnten Glycerinarsenik, oder er gibt dem verdünnten Glycerin noch einen Zusatz von 25 Grm. Zinnsalz pro Liter, und hat durch diesen Vortheil sowohl in Hinsicht der Ausgiebigkeit, als der Nüance sehr günstige Resultate erzielt. Nach dem Druck werden die Stücke entweder den anderen Tag in den Fluß gehängt – oder am gleichen Tag, um vor dem Abstecken gesichert zu sein, durch verdünnte Schwefelsäure von 1,01 spec. Gew. genommen, gewaschen und geseift. Wenn Eisenchamois oder Mordants für die Garancinefärberei mitgedruckt sind, ist die Säurepassage natürlich nicht zulässig. Bei Anwesenheit von Garancineroth muß der Weinsäuregehalt in der Druckfarbe bedeutend gesteigert werden, um sicher zu sein, daß das Roth ohne Verunreinigung durch Eisensalz in die Farbflotte komme. Ist Cachou unter den Nebenfarben, so muß warm verhängt und nachher chromirt werden, und für die Combination von Chromorange und Blau muß dem Schwefelsäurebad ein Zusatz von schwefligsaurem Natron oder Eisenoxydulsalz gegeben werden, um das Blau zu schützen gegen die graue Nüancirung durch die aus dem salpetersauren Blei freiwerdende Salpetersäure.

Endlich gibt Jeanmaire noch eine Vorschrift zur Bereitung des weinsauren Eisenoxyduls. Er bereitet sich dasselbe durch Auflösen von