Text-Bild-Ansicht Band 215

Bild:
<< vorherige Seite

Diese Lösung allein würde aber zu rasch eintrocknen, bei großem Terpentingehalt zu dünnflüssig sein, um sich zum Drucke zu eignen, und bei größerem Asphaltgehalt aber die gravirten Druckplatten verschmieren; auch würde das bedruckte Papier ohne Schaden von der Platte nicht mehr abgezogen werden können. Man muß daher auf passende Verdickungsmittel bedacht sein und findet diese im Bienenwachse, dem sogen, dicken Terpentin und im Pech. Diese Substanzen müssen selbstverständlich im Zustande höchster Reinheit in Verwendung kommen. Das Pech befreit man dadurch von allen mechanischen Verunreinigungen, daß man es in hochgradigem Alkohol löst, die Lösung filtrirt und hierauf in möglichst viel kaltes reines Brunnenwasser gießt, wobei sich das Harz als feines weißlich gelbes Mehl absetzt. Dieses Mehl wird abfiltrirt und an einem kühlen Orte getrocknet, um das Zusammenballen zu vermeiden. Die Lösung des Asphaltes, Terpentines, Wachses und Fichtenharzes im Terpentinöl erfolgt in der Wärme unter beständigem Umrühren am besten in einem eisernen Gefäße über der Spirituslampe. Man läßt diese Druckfarbe nun langsam im bedeckten Gefäße erkalten.

Zum Drucken der Bilder verwendet man eine gewöhnliche lithographische Presse.

Die Zeichnungen sind in Kupfer- oder Zinkplatten tief gravirt, so daß sie am Papiere dann hell im dunklen Grunde der Aetzdruckfarbe erscheinen. Die Aetzdruckfarbe wird von Blatt zu Blatt mit einer elastischen Walze auf die gravirte Platte aufgetragen, der Bogen Papier aufgelegt, und das Muster hierauf abgedruckt. (Selbstverständlich können auf einer Platte auch mehrere Dessins sein, da man die einzelnen Zeichnungen durch nachheriges Zerschneiden des ganzen Bogens erhält.) Wegen des zu raschen Eintrocknens der Druckfarbe ist es nie gut mehr Abdrücke zu machen, als an demselben Tage abgezogen werden, da frische Abdrücke immer auch die reinsten und besten Abzüge an den Glasobjecten liefern.

2) Das Abziehen der Bilder und die weitere Vorbereitung der bedruckten Glasobjecte zum Aetzen. Da meist nur Beleuchtungsgegenstände – als Lampenkugeln, Tulpen, Gasschalen etc. – mit geätzten Zeichnungen verziert werden, so will ich hier zur Beschreibung des Verfahrens als Beispiel auch eine Lampenkugel wählen.

Da die Muster immer symmetrisch auf den Objecten in drei-, vier-, fünf- oder auch mehrfacher Zahl vertheilt sind, so ist es nothwendig, die Kugeln oder sonstigen Gegenstände auf ihrem Umfange mit der nöthigen Theilung zu versehen. Um diese Arbeit rasch und genau durchführen