Text-Bild-Ansicht Band 215

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einer bestimmten Substanz nothwendig ist. Hierbei muß zwischen specifischer Wärme bei constantem Drucke und solcher bei konstantem Volumen unterschieden werden, indem die erstere immer größer als die letztere ist. Da übrigens die Rohstoffe während des Schmelzprocesses in der Gießerei bei ihren Volumänderungen keine wesentliche Beeinträchtigung erfahren, so mag in der folgenden Tabelle nur die specifische Wärme bei constantem Drucke (c) angeführt werden. Dieselbe ändert sich nach den Untersuchungen von Regnault, Wüllner, Dulong und Petit u.a. bei derselben Substanz mit der Dichtigkeit, dem Luftdruck, der Temperatur3), mit dem Aggregat- und dem eventuellen allotropischen Zustande. Diese Modifikationen von c können für die technologische Aufgabe heute noch vernachlässigt werden.

Durch Dulong und Petit u.a. (vergl. Graham-Otto's Chemie, Wüllner's Physik) ist die specifische Wärme c bestimmt worden.

Substanz. c Autor Anmerkung.
Antimon 0,051 Durchschnitt aus mehreren Angaben.
Blei 0,031 Regnault
Eisen 0,114
Gold 0,032
Kupfer 0,094 Verschiedene
Nickel 0,109 Regnault
Platin 0,033 Dulong und Petit –100°
Silber 0,056 Verschiedene
Wismuth 0,031 Regnault
Zink 0,093–0,101 Dulong und Petit –100° 0–300°
Zinn 0,055 Verschiedene
Stahl 0,117
0,086
Regnault
Messing 0,094 Kopp nach Regnault
Glas 0,177 Dulong und Petit
Glas 0,193 Regnault
Thon 0,185 Kopp nach Regnault
Schwefel 0,180 Regnault 2 Monate n. d. Schmelzen
Roheisen 0,127–0,140 Byström –300°
Gußstahl 0,117–0,132
Reines Eisen 0,111–0,126

Bei einer gewissen für jede Substanz charakteristischen Temperatur geht diese aus ihrem starren Aggregatzustande in den flüssigen und umgekehrt

3)

Insoferne c sich mit der Temperatur ändert, also allgemein:

ct = c o + At + Bt² + . . . .

ist, kann füglich nicht von der specifischen Wärme einer bestimmten Substanz schlechthin, sondern nur von deren mittlerer specifischen Wärme innerhalb eines gegebenen Temperatur-Intervalles die Rede sein.