Text-Bild-Ansicht Band 215

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Nach W, T oder c geordnet, würde sich die Reihe anders herausstellen, und zwar:

nach W: Natronsalpeter Zinn
Kalisalpeter Wismuth
Zink Schwefel
Silber Blei;
nach T: Silber Natronsalpeter
Zink Wismuth
Kalisalpeter Zinn
Blei Schwefel;
nach c: Natronsalpeter Silber
Kalisalpeter Zinn
Schwefel Wismuth
Zink Blei.

Die letzte dieser Reihen hat die meiste Aehnlichkeit mit der nach w gebildeten Reihe.

Wenn man bedenkt, daß zwei dieser Glieder (Natron- und Kalisalpeter) keinen Belang für die Gießerei haben, daß also diese Reihe jetzt nur aus sechs Gliedern bestehend angesehen werden kann, so muß man Zugeben, daß die bisherigen Untersuchungen in dieser Richtung sehr unvollständig sind. Ganz besonders fällt es auf, daß hier Roheisen, Gußstahl, Bronze, Stearinsäure u.a.m. fehlen.5)

Als Beweis aber, daß von verschiedenen Seiten die Wichtigkeit des Begriffes W erfaßt wird, mag folgendes Beispiel gelten. In der berg- und hüttenmännischen Zeitung, 1870 S. 195 u.s.f. (Kerpely's Jahresbericht über die Fortschritte der Eisenhüttenkunde im J. 1870) findet sich eine theoretische Beurtheilung der Apparate zum Einschmelzen von Roheisen; von Dr. E. F. Dürre. Es wird dort W – allerdings mit Außerachtlassung von W – berechnet, und zwar nach der Formel

W = c (T + t)

wobei c die specifische Wärme bei einer über den Schmelzpunkt hinausgehenden Temperatur und (T + t) die Temperatur des geschmolzenen Eisens bedeutet. Für T nimmt Dürre 1175°, für c von 0 bis T nach Schinz 0,134, nach Weisbach 0,129, – bei 1500° aber (d. i. T + t) steigt c auf 0,146. Es ist demnach (mit Vernachlässigung von W)

W = 0,146 × 1500 = 219 Wärmeeinheiten,

alles auf 1 Pfund bezogen.

Und nun berechnet Dürre die für das Schmelzen von 100 Pfd. Roheisen nöthige Wärmemenge aus dem wirklich in verschiedenen Vorrichtungen verbrauchten Brennstoff.

5)

Allerdings läßt sich nach der von Person aufgestellten Theorie die Schmelzungswärme der Metalle und Nichtmetalle mit ziemlicher Sicherheit rechnen; doch ist der Werth solcher gerechneten Daten noch immer ein so problematischer, daß selbst, wenn alle für diese Calculation nöthigen Daten sicher erhoben wären, man es doch noch immer zu überlegen hätte, sie einer weiteren Speculation zu Grunde zu legen. Uebrigens sind die theoretischen Arbeiten Person's namentlich seine Theorie des Schmelzprocesses höchst bemerkenswerth. (S. Wüllner: Wärmelehre S. 499.) In der Person'schen Formel erscheint die specifische Wärme der geschmolzenen Substanzen (c'), welche, wie oben erwähnt, nicht experimentell ermittelt ist.