Text-Bild-Ansicht Band 215

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der Gußwaare.11) Eisen z.B. hat die Eigenschaft durch rasches Abkühlen während der Erstarrung – also durch beschleunigtes Erstarren – einen besonderen Grad von Härte und Sprödigkeit an den der Oberfläche zunächst gelegenen Stellen anzunehmen. Diese harte, spröde Haut des Gußstückes ist um so dicker, je intensiver und je rascher die Abkühlung war, und ist der Gegenstand dünn, so kann die ganze Masse jene materielle Beschaffenheit erlangen. Diese Eigenschaft der Rohstoffe findet nun ihre Beachtung in der Gießerei und wird entweder ausgenützt oder bekämpft durch die dem Verfahren dienenden Hilfsmittel.

(Fortsetzung folgt.)

 Miscellen.

Burfitt's Mittel gegen Kesselstein.

Diese in England patentirte neue Composition soll nach Angabe der Eigenthümer der Erfindung (Creßwell und Comp. in London, 138 Leadenhall-Street) allgemein als die einzige Erfindung erkannt worden sein, welche mit vollständigem Erfolge in jeder Art von Kesseln wirkt, wie auch die Beschaffenheit des angewendeten Wassers sein mag. Der Zweck dieser Composition ist nicht Salze oder andere Stoffe im Wasser aufzulösen, sondern eine fettende Wirkung auf die Metalle auszuüben, welche angeblich jedes Ansetzen der Absonderungen gänzlich verhindert. Selbst auf schon vorhandene Absonderungen soll die Wirkung sicher und unwiderstehlich sein. Die Composition kommt im festen, flüssigen und teigförmigen Zustande in den Handel; erstere ist nur für Landkessel, die flüssige für Seekessel anzuwenden. – Nach der Patent-Specification (vom 13. Februar 1873) besteht die feste Masse aus: 1 Th. Galläpfel, australische Rinde und irländisches Moos mit 1/4 Th. Leim; die teigförmige und flüssige enthält noch 1/4 Th. Soda und die entsprechende Menge Wasser.

Von dem hannoverschen Agenten bezogene feste Composition bildet unregelmäßige, dunkelbraune, spröde Stücke. Beim Kochen mit Wasser gibt sie eine sehr zähe Masse, welche sich fest an die Gefäßwandungen anlegt. Ein Versuch mit dieser Composition in dem Kessel einer hiesigen Fabrik hat, wie vorauszusehen war, ein sehr ungünstiges Resultat ergeben. Der Kessel war im hohen Grade verschmiert und der gebildete Kesselstein viel schwieriger zu entfernen, als dieses ohne Anwendung des Mittels der Fall gewesen war. Die Anwendung desselben kann daher nicht empfohlen werden.

F.

11)

Die Raschheit der Abkühlung hängt daher von der Wärmeleitungsfähigkeit der Substanz ab, welche die Form bildet. Das Eisen hat eine hohe Wärmeleitungsfähigkeit.

Dieselbe für Gold = 1000 gesetzt, ist sie nach Despretz
für Silber 973 für Zinn 363
Kupfer 898 Blei 179,6
Eisen 374 Antimon 179,6
Zink 363 Wismuth 179,6

Nach Kerl (vergl. Muspratt's Chemie, Artikel Zinn) würde das Wärmeleitungsvermögen abnehmen nach folgender Reihe: Silber, Gold, Kupfer, Quecksilber, Aluminium, Zink, Cadmium, Eisen, Zinn, Stahl, Platin, Natrium, Gußeisen, Blei, Antimon, Wismuth.