Text-Bild-Ansicht Band 215

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wohl keinem Zweifel unterworfen, daß diese Kalkkörner der mineralischen Füllung des Papieres angehören. Da, wie weitere Untersuchungen lehrten, zur Füllung Gyps diente, so läßt sich wohl annehmen, daß in dem feinen, zur Füllung benützten Gypspulver größere Kalkkörnchen enthalten waren, welche der Papiermasse sich einmengten und so Veranlassung zur Bildung der in Rede stehenden „Fladern“ gaben.

Wien, im Februar 1875.

Ein System der vergleichenden mechanischen Technologie; von Professor W. F. Exner in Wien.

Mit Abbildung auf Taf. Vbis.

(Fortsetzung von S. 183 des vorhergehenden Heftes.)

II. Die Gewerbs-Eigenschaften des Rohstoffes.

Die Farbe und der Glanz, die Bearbeitungsfähigkeit12) (ob ein Stoff mit der Feile, dem Meißel, dem Messer, dem Hobel, der Punze etc. sich bearbeiten läßt), die Widerstandsfähigkeit der Stoffe gegen Atmosphärilien, Säuren, Alkalien13) u.s.w. sind Eigenschaften, welche die Wahl des Rohstoffes für ein gewisses Object des Gebrauches bestimmen.

Diese Eigenschaften, welche den Werth der Gußwaare in sehr hohem Grade bedingen und, da der Rohstoff ja chemisch nicht verändert wird, durch das Gießereiverfahren zumeist unbehelligt aus dem Rohstoff in das Product unverändert übergehen, haben auf die dem Verfahren dienenden Hilfsmittel selten Einfluß. Diese Beziehungen bilden einen Anhang zur Betrachtung der Hilfsmittel; sie geben einen Anhaltspunkt zur Classification

12)

Die Farbe der Bronze befähigt sie zum Kunstguß und zum Materiale für Kunstwerke. Der Glanz und die Transparenz des Wachses, die Fähigkeit sich färben zu lassen etc., ja sogar der Geruch desselben erwirbt ihm Freunde. Das reine Blei läßt sich nicht mit der Feile bearbeiten. Die Späne legen sich im Hieb der Feile fest; das Schriftgießermetall dagegen (Blei-Antimon) läßt sich feilen, hobeln, schaben (in langen gerollten Spänen) mäßig biegen; es ist feinkörnig und gleichmäßig. Die hohe Festigkeit und Elasticität der Metalle gibt ihnen den Hauptplatz in den Gewerben, welche auf der Gießerei beruhen.

13)

###Die durch den Einfluß der Atmosphärilien auf der Bronze erzeugte Patina – ein grün-grauer Ueberzug von kohlensaurem Kupferoxydul – gibt gerade diesem Rohstoffe für Monumente einen hohen Werth.

Die Löslichkeit in Säuren und die Gesundheitsschädlichkeit der gelösten Stoffe schließt die Bronze von den Koch geschirren nahezu vollkommen aus.

Die Brennbarkeit bestimmt die Wahl von Stearinsäure, Palmitinsäure, Wachs, Paraffin und Unschlitt zum Gießen der Kerzen.

Die Durchsichtigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Sauerstoff, Säuren, Basen etc. bestimmt das Glas zum Gießen von Spiegelplatten, Trinkgefäßen u.a.m.