Text-Bild-Ansicht Band 215

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Die Beanspruchung des Probestückes (bis zu 100.000 Kilogrm.) und die Messung derselben erfolgt bei der vorliegenden Maschine durch eine hydraulische Presse bezieh. durch eine Schnellwaage, wie dies aus der Seitenansicht in Figur 8 [b/3] und den Detailskizzen in Figur 9 und 10 [b/4] ziemlich leicht zu entnehmen ist. In der durch diese Zeichnungen (Fig. 8 bis 10) repräsentirten Gestalt dient die Maschine zu Versuchen auf Biegungsfestigkeit.

Durch Hinzufügung einiger wenigen, in Fig. 12 bis 14 resp. 15 bis 17 ersichtlich gemachten Organen,* welche je nach Wunsch und ohne weitere Aenderungen zufolge der zweckmäßigen Gestellconstruction angebracht werden können, läßt sich aber dieselbe Maschine auch zu Prüfungen auf Zugfestigkeit (als Zerreißmaschine) bezieh. auf Druckfestigkeit (als Zerdrückmaschine) benützen, wodurch sie eine erweiterte Verwendbarkeit und demzufolge allgemeine Beachtungswürdigkeit gewinnt.

Sämmtliche die Presse bildenden Bestandtheile sind an einem starken gußeisernen Ständer A angebracht, welcher vorn in der Mitte den verticalen Preßcylinder B trägt; dieser communicirt durch das Rohr D mit den Druckpumpen U und c (Figur 8), welche sofort mit einigen Worten erledigt werden mögen.

Die Druckpumpen U – drei an der Zahl – werden von der mit drei Excentern versehenen Welle V betrieben, welche ihre Drehung von der Riemenscheibenwelle W (60 Touren pro Minute) entweder durch das Rädersystem Y oder Z erhält, je nachdem die Pumpen mit größerer, beziehungsweise kleinerer Geschwindigkeit (mit 60 resp. mit 8 Hüben in der Minute) in Gang gesetzt werden sollen. Die Abstellung dieser Pumpen erfolgt entweder durch Verschiebung des Antriebriemens auf die Leerscheibe oder durch Verrückung des Stellhebels für die Rädersätze Y und Z in die Mittellage oder endlich durch Lüften der Saugventile der Pumpen. Außer den drei Kraftpumpen U ist noch eine Handpumpe c (Fig. 8) vorhanden, durch welche bei Untersuchungen von großer Genauigkeit der letzte Grad von Druck gegeben werden kann.

Betrachten wir nun die Einrichtung der Maschine beim Probiren auf Biegung, relative Festigkeit, so steckt im Preßkolben C eine Gabel E (Fig. 8 bis 10), welche bei Ingangsetzung des Apparates die aufgelegte und zu prüfende Schiene hebt und gegen die beiden (1 Meter weit von einander abstehenden) Druckstangen F, F (Fig. 10) anpreßt; letztere übertragen den Druck auf zwei kräftige Hebel G, G, deren Drehachsen

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Dieselben sind in Fig. 8 ganz weggelassen, in Fig. 9 und 10 theilweise vorhanden, aber in eine solche Lage gerückt, daß sie die Biegungsversuche in keiner Weise behindern.