Text-Bild-Ansicht Band 215

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diese Thatsache mit dem neuerlichen Auftreten des genannten Uebelstandes in causalen Zusammenhang. Ein solches reines Anilinöl, das wenig Toluidin und Pseudotoluidin enthält, liefert nämlich ein reines Blauschwarz, welchem die Beimischung von violettem Pseudotoluidinschwarz und von bräunlichem Toluidinschwarz fast gänzlich fehlt, und das aus diesem Grunde, bei sonst gleicher Concentration, viel schneller und leichter in Grün übergeht als ein Schwarz aus unreinem Anilinöl. Verfasser ist nun nicht der Ansicht, daß man deshalb die sonstigen anerkannten Vortheile, welche das Arbeiten mit reinem Anilinöl mit sich bringt, aufzugeben habe, oder daß man dem reinen Anilinöl einen Zusatz des theuren Toluidins und Pseudotoluidins geben solle, sondern er erblickt in dieser Betrachtung nur eine weitere Aufforderung, gerade jetzt bei Anwendung von reinem Anilinöl den Gehalt der Druckfarbe an chlorsaurem und salzsaurem Anilin entsprechend zu erhöhen, um ein Schwarz zu erhalten, welches durch Säuren möglichst wenig nüancirt wird. Wird eine Waare, die mit genügend concentrirtem Anilinschwarz bedruckt ist, nach dem Sodabad herzhaft gechlort, bis das Schwarz einen braunen Stich annimmt, und wird sie hernach durch ein starkes Seifebad genommen, so erholt sich die Farbe wieder vollständig und man hat auf der Baumwolle ein Schwarz, welches sehr schwer in Grün überzuführen ist, also auch kein Nachgrünen auf dem Lager befürchten läßt – um so weniger, wenn man als weiteres Präservativ der Appretmasse ein gewisses Quantum Magnesia einverleibt.

Kl.

Der Mannitäther und das Manniton; von Leo Vignon.

Der Verfasser zeigt in einer schönen Abhandlung über den Mannit (Annales de Chimie et de Physique, 1874 p. 433) zunächst, daß der bisher für optisch inactiv gehaltene Mannit sofort Rotationsvermögen bekömmt, wenn man eine Lösung von Borsäure, Arsensäure oder von Salzen dieser Säuren mit einer Mannitlösung mischt. Dann gibt er zwei neue Methoden an, um Mannitan zu erzeugen.

1) Man mischt Mannit in Pulverform mit der Hälfte seines Gewichtes concentrirter Schwefelsäure in einer Schale und erhitzt die Masse im Luftbade allmälig auf 125° unter häufigem Umrühren. Nach ungefähr 2 Stunden sättigt man die flüssig gewordene Substanz mit Pulver von kohlensaurem Barium, ohne die Temperatur herabgehen zu lassen. Erst nach vollständiger Neutralisation läßt man erkalten, erschöpft die