Text-Bild-Ansicht Band 215

Bild:
<< vorherige Seite

Manniton mit Wasser in zugeschmolzener Röhre auf 295° drei Stunden lang, so bildet sich wieder Mannitan zurück.

Das Manniton hat einen zuckerartigen Geschmack, reducirt die Fehling'sche Lösung nicht und dreht die Polarisationsebene links; α = – 25°.

Die von den Krystallen abfiltrirte alkoholische Flüssigkeit dampft man nun ein, läßt den Rückstand kurz mit Wasser sieden, filtrirt ihn durch Thierkohle, dampft ihn zur Trockene ein, wäscht ihn nun mit Aether, nimmt ihn wieder mit absolutem Alkohol auf, filtrirt und dampft ihn von Neuem ein; dann trocknet man die Masse bei 120°, bis kein Gewichtsverlust mehr stattfindet und erhält so endlich eine leicht gelblich gefärbte Substanz von der Consistenz des Terpentins, ganz geeignet zur Analyse:

I II III IV V
C 41,9 41,6 41,8 42,0 41,2
H 8,2 7,8 7,2 7,2 7,6

im Durchschnitt also C = 41,6, H = 7,5; die Formel C₁₂H₁₃O₁₁ verlangt C = 41,6, H = 7,5.

Erhitzt man diesen Körper 6 Stunden lang mit verdünnter Schwefelsäure oder mit Baritwasser, so wird weder Mannit noch Mannitan regenerirt; er verbindet sich mit concentrirter Schwefelsäure, indem hierdurch eine Sulfosäure entsteht, deren Baritsalz in Wasser sehr löslich ist. Er besitzt zugleich süßen und bitteren Geschmack; er ist sehr löslich in Wasser und absolutem Alkohol, unlöslich in Aether; er reducirt die alkalische Kupferlösung nicht und gährt nicht in Berührung mit Bierhefe. Sein Drehungsvermögen ist: α = – 5,59°. Die Analyse dieser Substanz führt zu der Formel C₁₂H₁₃O₁₁, welche aller Analogie nach verdoppelt werden muß: (C₁₂H₁₃O₁₁)² oder C₁₂H₁₂O₁₀ (C₁₂H₁₄O₁₂); das wäre der eigentliche Mannitäther.

Als Beweis für die Richtigkeit dieser Molecularformel gibt Vignon an:

  • 1) Löst man diese Substanz in concentrirter Schwefelsäure, so erhält man eine Sulfosäure, welche identisch ist mit der aus Mannitan dargestellten.
  • 2) Behandelt man sie mit einer Mischung von Schwefelsäure und Salpetersäure, so erhält man einen Nitrokörper, der ganz analog ist mit dem Nitromannit.
  • 3) Erhitzt man sie in geschlossenem Gefäße mit etwas Wasser zwei Stunden bei 295°, so erhält man lauter Mannitan.

V. G.