Text-Bild-Ansicht Band 215

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Um Aetznatron zu entschwefeln, hängt man nach dem englischen Patent (3. Nov. 1873) von Smith in die Lösung Streifen von metallischem Zink und zieht nach einiger Zeit die klare Flüssigkeit von dem gefällten Schwefelzink ab.

Darstellung von reinem schwefelsaurem Nickel.

Terreil löst das im Handel vorkommende Nickel in der 7 bis 8fachen Menge Königswasser auf, verdampft zur Trockne, löst den Rückstand im Wasser und filtrirt das unlösliche arsensaure Eisenoxyd ab. Aus der erhitzten Lösung wird dann das Kupfer durch eiserne Nägel gefällt, die Lösung vom Niederschlage getrennt und durch Einleiten von Chlorgas oder Behandeln mit Salpetersäure oxydirt. Die Flüssigkeit wird nun mit der erforderlichen Menge Schwefelsäure zur Entfernung der Salzsäure und Salpetersäure verdampft, der Rückstand mit Wasser behandelt, welches die Sulfate von Nickel und Eisen löst. Die Lösung wird etwas erwärmt und so lange mit gefälltem kohlensaurem Barium versetzt, bis alles Eisenoxyd entfernt ist, dann abfiltrirt und zur Krystallisation abgedampft. – Etwa vorhandenes Kobalt wird auf diese Weise nicht beseitigt. (Comptes rendus, 1874 t. 79 p. 1495.)

Ricinus-Preßkuchen.

In der letzten Sitzung der landwirtschaftlichen Akademie zu Turin wurde (nach der Pharmaceutischen Zeitung) vom Apotheker Mossa eine Abhandlung vorgelesen über die befruchtenden und zugleich toxischen Eigenschaften des Preßrückstandes des Ricinussamen, und er empfiehlt ihn deshalb zur Zerstörung der Phylloxera vastatrix. Er erinnert daran, daß man ihn in Italien aufs Feld vertheilt, um die Feldmäuse zu tödten, und daß man ihn in Mittelitalien schon seit langen Zeiten als Dünger verwendet, um gewisse Insecten zu zerstören, welche dem Hanfe schädlich sind. Er empfiehlt deshalb einen ausgedehnteren Anbau der Ricinuspflanze, um unter der Gewinnung des Oeles den Preßrückstand erstens als Dünger zu verwerthen, zweitens die Insecten zu tödten, besonders auch die Doriphora decemlineata der Kartoffeln. – Bezüglich der Wirkung von Ricinus-Preßrückständen vergleiche die Notiz über gefälschtes Leinmehl, 1874 212 529.

R.

Eine neue Methode der Seifenuntersuchung.

Meister (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1874 S. 1742) verwendet zur Untersuchung 80 bis 100 Grm. aus verschiedenen Stellen der Seifentafel, löst in 1000 K. C. Wasser und führt die einzelnen Bestimmungen mit je 50 bis 100 K. C. dieser Seifenlösung aus. Die Bestimmung des Trockengehaltes wird vorgenommen durch Trocknen in einem tarirten Kochfläschchen bei 130° bis 140° mit gleichzeitigem Durchsaugen eines heißen, trockenen Luftstromes.

Die Fettsäure, mit Salzsäure ausgeschieden, wird mit Schwefelkohlenstoff ausgeschüttelt und im Wasserstoffstrom (zur Verhinderung einer Oxydation der Oelsäure) völlig getrocknet. Zur raschen Titration des Alkalis ist als Indicator der neue Farbstoff Eosin* dem Lackmus vorzuziehen; beim Lackmus erfolgt die Röthung durch freie Mineralsäure allmälig ohne scharfen Uebergang, während beim Eosin die schön morgenrothe Farbe bei eintretender Säuerung plötzlich verschwindet.

Zur schnellen Vergleichung verschiedener Seifen eignet sich ein Titrirverfahren, welches auf einer Umkehrung der Clark'schen Härtebestimmung beruht; mit einer

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Eosin, ein kürzlich von der Stuttgart-Mannheimer Gesellschaft in den Handel gebrachter Farbstoff, zeichnet sich in Lösung und auf Seide durch eine prachtvolle Fluorescenz aus, wodurch es in brillanter Weise die schönen Töne von Rosa und Granatroth vereinigt. Es erscheint in grünlich schimmernden, in Wasser leicht löslichen Krusten, der Alkaliverbindung eines durch Säuren in gelbrothen Flocken sich ausscheidenden Farbstoffes; es scheint mit den Baeyer'schen Phtalsäurefarbstoffen verwandt zu sein. (Vergl. die Abhandlung auf S. 449.)